"Nur noch eine traurige Geschichte"

21. Mai 2010, 18:51
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Armstrong und der Radsportweltverband sind empört über die Anschuldigungen

Washington/Wien - Die Kalifornien-Rundfahrt hat Lance Armstrong nach seinem Sturz vom Donnerstag mit einem blauen Auge aufgeben müssen. Ein anschließendes K.o. des siebenfachen Tour-de-France-Siegers wegen der Dopinganschuldigen seines ehemaligen Teamkollegen Floyd Landist ist unwahrscheinlich. Armstrong, dessen Partner Johan Bruyneel, ja sogar der Radsportweltverband (UCI) haben mit Entrüstung auf die Vorwürfe von Landis reagiert.

"Die Drohungen von Floyd haben schon vor Jahren begonnen. Ich habe ihm gesagt, tue, was du nicht lassen kannst. Ich habe nichts zu verbergen und renne vor nichts davon", sagte Armstrong. Vor etwa einem Monat habe Landis ihn, Bruyneel und weitere Fahrer wie Levy Leipheimer und David Zabriskie massiv mit Anrufen, SMS und E-Mails belästigt.

Landis habe auch dem Vorstandschef des Hauptsponsors der Kalifornien-Rundfahrt gedroht, er werde gewisse Dinge über dessen Produkt sagen, wenn er ihn nicht bei dem Rennen starten ließe. Der Sponsor, ein Biotech-Unternehmen, ist einer der führenden Hersteller von Epo.
Wer ständig lügt

Armstrong griff gerne auf, was Landis selbst angedeutet hatte. Nachdem er nach seinem wegen Dopings aberkannten Tour-Sieg von 2006 jahrelang die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln leugnete, hat der 34-Jährige mit einem Glaubwürdigkeitsproblem zu kämpfen. "Er hat aus Profitgier ein Buch geschrieben, in dem eine ganz andere Version seiner Geschichte steht."

Bruyneel, von Landis als Lehrmeister in Sachen Doping ausgemacht, reagierte gereizt auf die Vorwürfe. "Es ist erbärmlich. Was er über mich schreibt, ist alles dummes Geschwätz", sagte der belgische Chef des Armstrong-Teams RadioShack. Rechtliche Schritte wolle er aber nicht einleiten: "Landis ist doch nur noch eine traurige Geschichte."

Die UCI will die Sache aber nicht auf sich beruhen lassen. Nachdem Landis behauptet hatte, die UCI habe einen positiven Dopingtest von Armstrong 2002 vertuscht, kündigte der Verband rechtliche Schritte an.

Landis behauptet, dass Armstrong ihm erzählt habe, er sei bei der Tour de Suisse 2002 positiv auf Epo getestet worden und habe dann ein finanzielles Abkommen mit dem damaligen UCI-Chef Hein Verbruggen getroffen, um den Test verschwinden zu lassen. Dumm nur, dass Armstrong 2002 nicht an der Tour de Suisse teilgenommen hat. (sid, red, DER STANDARD Printausgabe 22.05.2010)

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    Lance Armstrong weiß sich zu verteidigen.

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