"Friedhof der Artenvielfalt" präsentiert

24. Mai 2010, 12:17
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Plädoyer für die Renaturierung von March und Thaya

Wien - Anlässlich der Woche der Artenvielfalt präsentierte der WWF eine Bilanz des Artensterbens für den Osten Österreichs: Aus dem Naturparadies der March-Thaya-Auen seien im letzten Jahrhundert bereits 65 Tier- und Pflanzenarten verschwunden - darunter einerseits imposante Vertreter wie der Große Brachvogel, die Uferschnepfe oder die Sumpfohreule, andererseits aber auch winzige Urzeitkrebsarten. Auch Insekten wie die Dornschrecke oder Blütenpflanzen wie der Burzeldorn, die Sumpfgladiole oder die Seltsame Segge seien im Osten Österreichs inzwischen Geschichte, gab die Umweltschutzorganisation in einer Aussendung bekannt.

Gleichzeitig warnte der WWF, dass heuer - im Jahr der biologischen Vielfalt - knapp hundert weitere Arten im "grünen Herzen zwischen Wien und Bratislava" aussterben würden, sollte das Gebiet nicht unter effizienten Schutz gestellt werden. Denn noch gebe es in den Auen von March und Thaya im äußersten Nordosten Österreichs eine unglaubliche Fülle von Arten. Zwei Drittel der heimischen Vogelarten fänden hier auf nur 0,2 Prozent der Landesfläche eine Heimat. Die Begradigung der beiden Flüsse im letzten Jahrhundert hätte jedoch zur Folge, dass Altarme zunehmend verlanden und die weitläufigen Auwälder austrocknen - ein Problem, mit dem auch die Donau-Auen zu kämpfen haben.

Kurzfristig könnten Naturschutzmaßnahmen zwar einzelnen Arten helfen - zum Beispiel künstliche Brutflöße aus Holz für die Flussseeschwalbe, die am Fluss keine Schotterbänke mehr vorfindet -, langfristig könne aber nur eine natürliche Flussdynamik den bedrohten Arten helfen und ihren Bestand sichern. "Nur wenn March und Thaya an geeigneten Stellen renaturiert werden, kann der Verlust der biologischen Vielfalt an Österreichs wichtigster Flusslandschaft gestoppt werden", so Gerhard Egger vom WWF. (red)


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