Kopernikus nach 467 Jahren ein zweites Mal beigesetzt

22. Mai 2010, 16:41
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Gebeine des Gelehrten wurden 2005 in Frombork identifiziert

Frombork - Die Gebeine des weltberühmten polnischen Astronomen Nikolaus Kopernikus sind ein zweites Mal beigesetzt worden. Dazu wurde am Samstag in der Kathedrale der nordpolnischen Stadt Frombork (Frauenburg) eine Zeremonie veranstaltet, bei der Erzbischof Jozef Zycinski eine Ansprache hielt.

Kopernikus begründete im 16. Jahrhundert das moderne, heliozentrische Weltbild. Zu Lebzeiten wurde der Astronom deshalb von der katholischen Kirche verfolgt, später aber gestand die Kirchenhierarchie ein, dass seine Vorstellung, die Erde kreise um die Sonne - und nicht umgekehrt - richtig sei.

Die Gebeine von Kopernikus wurden nach seinem Tod im Mai 1543 in der Kathedrale von Frombork beigesetzt, allerdings ohne jeden konkreten Hinweis auf den Gelehrten. Erst im Jahr 2005 gelang es dem Archäologen Jerzy Gassowski in Zusammenarbeit mit Forschern aus dem schwedischen Uppsala, den Schädel und andere sterbliche Überreste von Kopernikus zu identifizieren. Diese Gebeine wurden nun in einem neuen Grabmal aus schwarzem Granit beigesetzt, auf dem ein Modell des Sonnensystems abgebildet ist. Zycinski bedauerte den "Übereifer" der Kichenvertreter aus dem 17. Jahrhundert, etwa von Papst Paul V., die damals die Erkenntnisse von Kopernikus negierten, weil sie der Heiligen Schrift widersprächen.

Mit Hilfe des aufgefundenen Schädels wurde das Gesicht von Kopernikus virtuell nachgebildet. Er starb im Alter von 70 Jahren. Die Gebeine des Gelehrten wurden vor der erneuten Beisetzung durch mehrere Städte und Dörfer der seenreichen Region Masuren getragen, in der er Zeit seines Lebens selbst als Küster und Verwalter von Kirchengütern unterwegs war. (APA)

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