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Werner Pfeffer.
STANDARD: Sie bezeichnen sich als Zeremonienmeister. Wie kam das?
Pfeffer: Ganz im Sinne des Wortes. Ich sehe den Zeremonienmeister als jemanden, der sich etwas ausdenkt, es dann realisiert und danach schaut, ob alles, was passiert, dem Zeremoniell auch entspricht.
STANDARD: Andere würden das Berater oder Begleiter nennen ...
Pfeffer: Begleiter gefällt mir besser.
STANDARD: Sie unterstützen Menschen dabei, kreativ zu sein ...
Pfeffer: Ja. Ich sehe Kreativität als Werkzeug zur Beantwortung von konkreten Fragen. Jeder kann kreativ sein.
STANDARD: Was braucht es dazu?
Pfeffer: Haltung, Mut, Neugier und Zeit. Kreativität findet man zudem nur über Umwege - über Zuhören und Hinschauen. Das kann man lernen. Es ist nicht so, dass einem eine Hand von oben über den Kopf streicht und dann hat man eine Idee.
STANDARD: Und das vermitteln Sie auch im Unternehmenskontext?
Pfeffer: Ja. Dort hebt man kreatives Potenzial am besten, wenn man viele Mitarbeiter in einen Prozess mit einbezieht. Auch jene, von denen manche behaupten, sie seien nicht kreativ. Meiner Erfahrung nach befindet sich das größte Potenzial auf dem Tellerrand und nicht im Blick über diesen.
STANDARD: Hat mit Ihrer Grundausbildung als technischer Mathematiker wenig zu tun, oder?
Pfeffer: Es gibt nichts, was man umsonst gelernt hat. Im Zuge meines Studiums habe ich mich mit strukturiertem Denken auseinandergesetzt. Das hat meinen Blick und den Sinn für Kreativität geschärft. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 22./23./24.5.2010)
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