Treibstoffsparender Haifischhaut-Lack prämiert

22. Mai 2010, 16:46

Fraunhofer-Entwicklung sowohl für Flugzeuge als auch Schiffe gedacht

Bremen - Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen haben einen Lack entwickelt, der den Strömungswiderstand bei Flugzeugen und Schiffen reduzieren kann. Die Grundidee für diese Erfindung lieferte die Haut von Haien: Die Placoidschuppen der Knorpelfische weisen mikroskopisch kleine Rillen auf, die parallel zur Strömung ausgerichtet sind und eine Verminderung des Reibungswiderstands bewirken: Von der Natur für die Bewegung im Wasser entwickelt, aber im Prinzip durchaus auf die Luft übertragbar.

"Die größte Herausforderung war, dieses Wissen in einen Lack zu übertragen, der den extremen Anforderungen in der Luftfahrt Stand hält", so Volkmar Stenzel, der im Team mit Yvonne Wilke und Manfred Peschka arbeitet. "Denn die Flugzeughaut muss Temperaturschwankungen von minus 55 bis plus 70 Grad Celsius, intensive UV-Bestrahlung und hohe Geschwindigkeiten schadlos überstehen. Zudem kommt noch der Abrieb beim Reinigen der Luftfahrzeuge oder durch Staubbelastungen beim Start." Das Forscherteam ist für seine Leistungen mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2010 ausgezeichnet worden.

Es rechnet sich

"Neben dem Wissen, welche Anforderungen die Lackschicht erfüllen muss, ist es natürlich eine große Herausforderung einen solchen Lack herzustellen und ihn dann auf ein Flugzeug zu applizieren", erklärt Stenzel. Der Lack besteht aus einer ausgeklügelten Rezeptur, bei der Nanopartikel dafür sorgen, dass er UV-Strahlung, Temperaturwechsel und mechanische Belastungen dauerhaft aushält.

"Die Lösung besteht darin, dass der Lack nicht direkt, sondern gleichmäßig in einer dünnen Schicht über eine entsprechend strukturierte Matrize aufgetragen wird." Erste Versuche zeigen, dass dies auch funktioniert. Mit der Applikation eines solchen Lackes kann mindestens ein Prozent Treibstoffkosten eingespart werden. Hochgerechnet auf den Weltluftverkehr sind das jährlich rund 4,48 Millionen Tonnen Treibstoff.

Große Einsparpotenziale bei Schiffen

Der "Haifischhaut-Lack" könnte auch als Schiffsanstrich Verwendung finden. "Hier kommt allerdings erschwerend hinzu, dass sich am Rumpf des Schiffs Muscheln oder Algen ansiedeln", erklärt Stenzel. Die Forscher arbeiten an zwei Lösungen für das Problem. "Eine Möglichkeit besteht darin, den Lack so aufzubauen, dass Fouling-Organismen keinen festen Halt finden und beispielsweise bei höherer Geschwindigkeit einfach wieder abgespült werden. Die Zweite zielt darauf ab, ein Anti-Fouling zu integrieren, das unbedenklich für die Natur ist", so Wilke.

In Tests mit einer Schiffbau-Versuchsanstalt konnte die Reibung um mehr als fünf Prozent reduziert werden. Bei einem Containerschiff bedeutet dies, hochgerechnet auf ein Jahr, ein Einsparungspotenzial von 2.000 Tonnen Treibstoff. Weitere Anwendungen des Lacks könnten etwa Rotorblätter bei Windenergieanlagen sein, denn auch hier wirkt sich der Luftwiderstand der Rotorblätter negativ aus. Der neue Lack würde den Wirkungsgrad der Anlagen - und damit den Energiegewinn - verbessern. (pte/red)

Jukka
00
24.5.2010, 18:30
rutschig

ist's nicht grad im golf von mexiko recht rutschig? lässt sich nicht mit dem öl das aus dem bohrloch vom bp kommt ein paar tonnen treibstoff beim durchfahren sparen.

äääähhmmm war nicht ernst gemeint, ist mir nur grad eingefallen....

h 90
00
23.5.2010, 17:56

Zuerst werden ihnen die Flossen von den Chinesen abgeschnitten und jetzt haeutet man sie auch noch nur um ein paar Liter Treibstoff zu sparen.
8O))

Morpheus DerStandard
10
24.5.2010, 16:24

Möglich das ich mich irre - aber ich denke das dieser Lack künstlich (d.H. ohne das töten von Haifischen) geschieht.

h 90
00
25.5.2010, 10:52

Ich glaube Sie haben das lachende Schweinsgesicht mit Brille am Ende meines Postings uebersehen oder vielleicht mit einem Haifischgesichtverwechselt:

-:))

Stigma
00
23.5.2010, 11:24
Interessant ist, daß Haifischfonds eine weitaus deftigere Wirkung haben ohne etwas aufzutragen;-)

Die setzen beim Personal an und streifen danach die Einsparungen ein.

Ohne Streifen geht gar nichts!

Stigma
03
23.5.2010, 11:12
Endlich nicht gelackmeiert;-)

Diese Leute können was - leisten etwas - im Gegensatz zur Politik - innovativ.

Wo ist die Entwiklung am Sektor Demokratie - Machthaber sind dort die Bremser - obwohl das Beispiel Schweiz schon lange existiert.

Erst das Internet wird Änderung bringen. Die Menschen werden Forderungen aufstellen und nach Diskussion darüber abstimmen.

Politiker (Bürgermeister, Landesfürsten, etc) die dem nicht folgen sind weg vom Fenster.

derElch
01
25.5.2010, 15:01

Das Internet hat bereits Änderungen gebracht:

Jeder kann sich Nackerte anschauen, soviel er will

;-)

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