Uni-Master bleiben Top-Verdiener

21. Mai 2010, 17:11
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Eine neue Studie des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrums beschreibt den aktuellen Marktwert technischer und wirtschaftlicher Hochschulabsolventen

Wirtschaft und Technik bleiben auch künftig Top-Gebiete betreffend die Marktchancen und Verdienstmöglichkeiten der Studienabgänger. Diesen Schluss zieht der "Vergleich der Einstellgehälter von AbsolventInnen 2010" , eine Studie des Forum Personal im Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrum. Studienautor Armand Kaáli-Nagy bezeichnet Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen als "durchaus krisensicher" - vom HAK- bzw. HTL-Niveau aufwärts.

Februar bis Anfang Mai wurden österreichweit 55 Personalisten aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Dienst befragt, die etwa 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter repräsentieren. Insbesondere der junge und entsprechend weniger bekannte Bachelor-Titel wurde "generell positiv gesehen" , so Kaáli-Nagy: Die Einsatzmöglichkeiten von Bachelors würden vor allem "im Vergleich zu AHS-Absolventen" geschätzt.

Das bedeute aber weder, dass Bachelors nun die Jobs machten, für die früher eine Matura reichte, noch dass die entsprechenden Jobs aufgewertet würden. Vielmehr habe man einfach wissen wollen, ob für den neuen Studienabschluss auch neue Aufgabenfelder entstehen bzw. geschaffen werden. Dem ist bislang nicht so - oder noch nicht in wirklich großem Umfang.

Techniker genau so wie Absolventen eines Wirtschaftsstudiums seien "insbesondere" bei Dienstleistungsunternehmen gefragt, so Kaáli-Nagy, wobei weniger eine Rolle spiele, ob der Abschluss an einer Uni oder einer FH gemacht wurde. Für den Arbeitnehmer kristallisiert sich jedoch mit zunehmendem Dienstalter heraus, dass die Entlohnung - und damit geht es zum Schwerpunkt der Studie - für Universitätsabgänger in der Regel besser ist. Bei den Anfangsgehältern sehe es im wirtschaftlichen Bereich noch sehr ähnlich aus, "nach drei bis fünf Jahren Praxis" werde aber klar, dass FH-Absolventen das Nachsehen haben.

Im Vergleich der Bachelors mit den Absolventen eines früheren Diplomstudiums (Magister) - das freilich auch länger dauerte - zeigten sich ähnliche Mindestgehälter, jedoch kamen in der Praxis Gehaltsunterschiede von bis zu 443 Euro heraus. Grundsätzlich, so der Studienleiter, etabliere sich beim Bakkalaureat eine neue Entlohnungsebene zwischen Matura und Master, wobei der Mastertitel weitgehend mit dem Magister bzw. Diplomingenieur gleichgesetzt werde. "Es wird wohl nicht so kommen, dass die Arbeitgeber beim neuen Masterabschluss noch etwas drauflegen."

Eine deutliche Differenzierung bei der Gehaltseinstufung von FH- und Uni-Absolventen zeigten die technischen Studien. Letztere bekommen beim Einstieg zwischen 31 und 182 Euro mehr;nach drei bis fünf Jahren liegt die Differenz bei 76 bis 293 Euro pro Monat. Ein Magister/Diplomingenieur oder Master bekommt anfangs bis zu 228 Euro mehr als ein Bachelor.

Differenz FH versus Uni

Wie sieht es nun aber konkret bei den Monatsgehältern aus? - Diese liegen für AHS-Maturanten bei 1717 bis 1777 Euro, für HAK-Absolventen bei 1739 bis 1828 Euro und bei HTL-Abgängern bei 1830 bis 1926 Euro. Mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung können je nach Abschluss 240 bis 410 Euro mehr kalkuliert werden.

FH-Bachelors steigen mit bis zu 2239 (Wirtschaft) bzw. 2280 Euro (Technik) ein, Uni-Bachelors mit 2221 bis 2325 Euro. Auf Masterebene gibt es für FH-Absolventen anfangs bis zu 2373 bzw. 2484 Euro, für Uni-Abgänger bis zu 2436 bzw. 2591 Euro. (Bernhard Madlener, DER STANDARD, Printausgabe, 22./23./24.5.2010)

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Die Gesamtstudie ist über die ÖPWZ-Website erhältlich

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    Eine deutliche Differenzierung bei der Gehaltseinstufung von FH- und Uni-Absolventen zeigten die technischen Studien

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