Österreich

Die Donau tieft sich erheblich ein

23. Mai 2010 17:33
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    Foto: apa/kovacs

    Die zunehmende Eintiefung der Donau östlich von Wien lässt das Gebiet des Nationalparks Donau-Auen austrocknen (Archivbild vom August 2006).

Künstliche Zuführung von Kies reicht nicht aus - das Gebiet des Nationalparks Donau-Auen trocknet aus

Wien - Trotz regelmäßiger Zugabe von Kies tieft sich die Donau östlich von Wien weiterhin erheblich ein. Laut einer Untersuchung des Instituts für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien sind in den Jahren 2006 bis 2009 auf der gesamten Strecke bis zur slowakischen Grenze ca. 635.000 Kubikmeter Material verloren gegangen. Die Ergebnisse wurden beim Flussbausymposium Donau am Freitagabend in Wien präsentiert.

Schwund des Materials der Stromsohle

Hauptursachen für die Eintiefung der Fließstrecke zwischen Wien und Hainburg sind die Donauregulierung und die Kraftwerke. Durch den Strom wird laufend Material - vor allem Kies - flussabwärts geschwemmt, von oben kommt - bedingt unter anderem durch die Barriere der Kraftwerke - aber nichts nach. Das Problem ist lange bekannt, die Kraftwerksbetreiber sind deshalb auch verpflichtet, Kies unterhalb des Kraftwerks Freudenau zuzugeben.

"Rund 800.000 Kubikmeter an Kies wurden der Donau in den Jahren 2006 bis 2009 flussab des Kraftwerks Freudenau künstlich zugeführt", erklärte dazu Boku-Professor Helmut Habersack. Damit werde das Flussbett auf den ersten zehn Kilometern flussab von Freudenau wie vorgesehen langfristig stabilisiert. Dennoch habe sich insgesamt während des Beobachtungszeitraums auf der Gesamtstrecke ein deutlicher Schwund des Materials der Stromsohle ergeben.

Datenermittlung

Ermittelt wurden die Daten mittels mehrerer Methoden. So fanden einerseits regelmäßige Echolot-Befahrungen der Donau statt. Andererseits wurden auch eigens entwickelte, sogenannte Geschiebefänger eingesetzt. Dabei fangen sich stromab bewegende Körner in Metallkörben an der Stromsohle. Weiters registrierten automatische Ultraschallgeräte die sich bewegenden Steine. Ein besonderer Teil der Erhebungen war der Einsatz von Kunststeinen, die mittels Telemetrie von einem Boot aus verfolgt wurden. Es zeigte sich, dass die Steine im Flussbett der Donau pro Jahr etwa drei Kilometer transportiert werden.

Probleme für die Au

Die trotz der Kieszugabe fehlenden 635.000 Kubikmeter ergeben laut den Berechnungen der Wissenschafter eine durchschnittliche Eintiefung von 1,9 Zentimetern pro Jahr. Ohne die Zugabe von Kies wären es jährlich sogar 4,2 Zentimeter. "Die Eintiefung bringt über die Jahre mehrere Probleme", erklärte Habersack. So trocknet das Gebiet des Nationalparks aus. Der Charakter der Au mit regelmäßigen Überschwemmungen geht zunehmend verloren, weil der Wald den Kontakt mit der immer tiefer liegenden Donau verliert.

Das gefährde auch den Grundwasserspiegel in der Gegend und - nicht zuletzt - den Hochwasserschutz. Durch die Eintiefung können nämlich Ufersicherungen unterspült werden, bei Hochwasser ist dann die Stabilität gefährdet. Besonders dramatisch wird die Sache, wenn der durchschnittlich nur einige Meter mächtige Schotterkörper unter der Donau regional komplett weggespült wird. Im feineren, darunterliegenden Material beschleunigt sich die Eintiefung um ein Vielfaches.

Neuer Lösungsansatz

"Um der Sache entgegenzuwirken, könnte man natürlich noch mehr Material zugeben, was aber insgesamt kostenintensiv und gesamtökologisch nicht nachhaltig ist", so Habersack. Nun wollen die Wissenschafter einen anderen Ansatz wählen und die Stromsohle mit gröberem Material von vier bis sieben Zentimeter beschicken. Derzeit befindet sich dort Kies mit geringeren Korngrößen von durchschnittlich etwa zwei bis drei Zentimetern. Dazwischen finden sich auch jetzt schon größere Brocken von bis zu 15 Zentimeter.

Laut Modellen und Berechnungen sollte die Beschickung der Sohle mit dem gröberen Material den Export von Material in Richtung Slowakei auf 30.000 bis 40.000 Kubikmeter pro Jahr verringern. Unter vergleichbaren natürlichen Bedingungen ist die Methode allerdings noch nicht erprobt. Im Herbst startet daher ein Versuch auf einer drei Kilometer langen Strecke der Donau. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 56
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voiceofVIRUS
27.05.2010 00:22
P.S.

materialbedarf, Kosten und Nachhaltigkeit wurden bishernicht wirklich schlüssig untersucht bzw. dargestellt

voiceofVIRUS
26.05.2010 23:59
Neue Messungen und Alte Sterotypen

Die große Sensation ist das nun wirklich nicht. Die Eintiefung ist lange bekannt, ebenso, dass die Geschiebezugabe unterhalb Freudenau zwar den durch den Geschieberückhalt der Staustufe verursachten Anteil an der Sohleintiefung eliminiert aber nicht die ganze Strecke östlich von Wien. Messungen durchzuführen kann nie schaden welche Aussagen man daraus gewinnt und vor allem welche Schlußfolgerungen daraus gezogen werden ist dann schon wieder eine andere Frage die sich allein mit Präzision bei den Messungen selbst nicht lösen lässt. Ursachenforschung ist wichtig, immer nur auf den (mittlerweile kompensierten)Geschieberückhalt und die Regulierungsbauwerkezu schauen ist allerdings zu wenig die Versuchung diese alten Stereotypen ständig aufzuwä

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:08
Fortsetzung

... Stereotypen ständig aufzuwärmen. So starrten die Kaninchen wie gebannt nach oben auf die Staustufenschlangen und konnten und können sich bis heute nichts anderes vorstellen, in der zwischenzeit schlich sich die böse Eintiefung von hinten/stromab an. Eintiefung ist ein prozess der diskontinuierlich und nicht in allen Abschnitten gleich erfolgt, die für eine sinnvolle Planung relevanten Eintiefungsraten müssen um aussagekräftig zu sien entsprechend langfristig gemittelt werden, ein Beobachtungszeitraum von 4 Jahren wie imArtikel genannt ist zwar nett, aber in diesem zusammenhang nicht wirklich signifikant. Flussdynamik ist wertvoll und dazu gehört auch die Geschiebedynamik. Deshalb ist es kein toller Ansatz die Donau grob zu behandeln.

Florian Machl
26.05.2010 12:18
Sprachlich unterhaltsam...

... wenn sich etwas ERHEBlich einTIEFT.

Aristarch
25.05.2010 11:32
Cool ist es, wenn

man sich ohne Antrieb auf der Donau treiben lässt und dann an den richtigen Stellen das Rollen der Kieselsteine hören kann. Echt beeindruckend!

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:09
tatsächlich beeindruckend

den geschiebetrieb zu hören geht auch vom Ufer - vorzugsweise unter einer Donaubrücke.

Schnabeltierfresser
25.05.2010 10:19
Wo bleibt der Virus?

8)

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:00

Da hatte wohl jemand Sehnsucht und konnte es nicht erwarten.

Schnabeltierfresser
27.05.2010 00:11
Ja meine Güte,

ich war auch eben erst 2 Wochen auf Urlaub.

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:36

Sie glücklicher
2 Wochen waren es bei mir leider nicht.

Der, der es besser weiß
24.05.2010 19:49

Tja, so ist eben der Lauf der Natur, wirds eben trockener.

Erst die Donau großartig begradigen und regulieren, damit das Wasser schneller durchfließt, weil man keins wollte und jetzt jammern, dass keines mehr da ist.

Dieses Material wird schon irgendwo angeschwemmt werden und dort wird sich ein neues Paradies bilden, vielleicht ist das dort dann akzeptierter und darf bestehen bleiben.

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:01

Das ist kein natürlicher Vorgang, die natürliche Selbsteintiefung der Donau wird künstlich hergestellt

Gerhard Gilnreiner
 
24.05.2010 15:34
Wir wussten das schon mit dem AUS für Hainburg.....

.....und Studien gibt es auch genug.

Meiner Ansicht nach kann man nur Material von hoher liegenden Staustufen herunter führen und zwischen Wien und Pratislava - nach Plan - verklappen. In jedem Stauraum fällt an der Stau-Wurzel Kies an. Je höher im Oberlauf, umso größer ist das Material. Umso eher bleibt es bei der Sohlestabilisierung dort liegen, wo es bleiben sollte.

Das Problem bei der Sache ist primär der laufend aktuellere Sparstift. Langfristig wird - mit zunehmend untragbarer Eintiefung, wenn also zu wenig Kies zugegeben wird - Druck enstehen 2 kleinere Staustufen zu errichten - statt Hainburg und statt Kiesdotierung.

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:35

Bleibt noch anzumerken, dass seit 1992 (Stau gabcikovo/Cunovo) und 1996 (Freudenau samt Geschiebezugabe) völlig andere Randbedingungen herrschen als dies 1985 zu Zeite der Ökologiekommission der Fall war.

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:21

Die Eintiefung wurde deshalb so prominent von der DOKW gepusht (schon vor dem Aus) weil Staustufen zwar Teil des Problems sind aber auch eine "lösung" anbieten können (die allerdings das Kind mit dem Bad ausschüttet).Die Feinsedimentakkumulation die mindestens ebenso zur "Austrocknung" der Au beiträgt, wo aber Staustufen nix ausrichten - im Gegenteil - wurde und wird deshalb ignoriert. An ihrer Wortmeldung ist auch gut das Konzept einer statischen Sohlsicherung konserviert ohne Not - die laufende Geschiebezugabe ist auf Konsensdauer von 99 Jahren vorgeschrieben, die kann man nicht so einfach loswerden. sie sind integrativer Bestandteil der Bilanz der Stromerzeugung, ähnliches fehlt für die
Wasserstraßenerhaltung. Staustufenideen persistier

voiceofVIRUS
27.05.2010 00:16
Wissen?

Mit Verlaub, zu Zeiten der Ökologiekommission war das Wissen noch nicht wirklichberühmt (weil von alten Paradigmen überlagert) oder es ist in der Kommunikation nicht durchgedrungen. man blickte nach Greifenstein und auf die Sohlerosion die unterhalb der Staustufe am größten hätte sein müssen die größten Eintiefungen gabs allerdings bei hainburg (dort haben sie mittlerweile wieder aufgehört)
der Sohldurchschlag war damals schon ein gern benütztes Schreckgespenst (war es Hr. Kresser) - in der eingesetzten Form allerdings nicht haltbar. Derselbige wusste offenbar über Rückwärtserosion Bescheid ohne ihr allerdings allzuviel bedeutung beizumessen.

Entropix
24.05.2010 14:30
es bedarf daher

dringend einer "vertiefenden" Studie ;-)

Geraldines_Tante
24.05.2010 13:28
KW-Freudenau, Schiffahrtsrinne, ...

das war ja schon vorher bekannt, dass sich die Donau weiter eintiefen wird.

Ein Fluss ist eben mehr als eine Wasserstraße und Energielieferant.

verleih nix
24.05.2010 11:42

mit einem kraftwerk bei hainburg würde nix mehr weitergeschoben

Der Teufel
24.05.2010 12:49

Und um die Au müsste man sich auch keine Sorgen mehr machen.

(weil nicht mehr vorhanden)

oblomow II
24.05.2010 11:18
damals...

.. bei hainburg war das net wichtig...
lösbar....sagte der lötsch (heißt der so) immer... also was is jetzt?

Andreas Schmidt
24.05.2010 08:50
Der Wappler mit Vogel grüßt die Nina mit Vogel

Der Donaufisch

Josef Obermaier
24.05.2010 08:39
Ein eindrucksvolles Plädoyer für die umweltfreundliche Atomkraft

G e o r g
24.05.2010 15:47

Solange die Atom-Propagandisten nicht einmal so grundlegende Probleme wie die Endlagerung gelöst haben, sollten sie nicht versuchen, denkende Menschen zu beeinflussen.

mitrovic dejan
24.05.2010 01:49
Ein Blick an Donau derzeit

sagt mehr als 1000 worte bitte.
Dunau ist dabei Überzulaufen und nicht zu verschwienden in der Tiefe.Soga wenn er sich vertieft ist es Gut.
Zusetzliche Raum ist Gut für dem aufnahme von Sinnflut Wasser die wir derzeit erleben.

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