US-Börsenaufsicht sammelt Daten noch per Fax

21. Mai 2010, 16:16
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Behörde drängt auf Wiedereinführung einer technologischen Beratungskommission

Kein Wunder, dass die US-Börsenaufsicht so lange braucht, um die Hintergründe des dramatischen Kurssturzes des Dow Jones am 6. Mai aufzuklären: Sie ist technologisch völlig überfordert. Eine der beiden Behörden, die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), erhält sämtliche Börsendaten noch immer per Fax und gibt sie dann von Hand in ihre eigenen Computersysteme ein.

Hochgeschwindigkeitshandel

Dies gab ein Vertreter der Behörde bei einer Parlamentsanhörung am Donnerstag zu. "Die CFTC befindet sich in einer unaufhörlichen technologischen Aufholjagd", klagte Scott O'Malia. Man hinke der technologischen Entwicklung seit Jahren hinterher.

Das betrifft auch den automatisierten Hochgeschwindigkeitshandel, der die US-Börsen seit einigen Jahren dominiert. Dabei nutzen Computer mathematische Modelle und Algorithmen, um innerhalb von Millisekunden gewaltige Mengen von Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Rund zwei Drittel aller Börsenaktivitäten in den USA werden auf diese Weise abgewickelt. Es scheine undenkbar, dass diese Art von Handel mittels Fax und manuellen Computereingaben angemessen zu überwachen ist, hieß es.

Beratungskommission

O'Malia, der seit letzten Oktober bei der CFTC ist, drängt denn auch auf Veränderungen und propagiert die Wiedereinführung einer technologischen Beratungskommission (TAC), die 2005 aufgelöst worden war, wie die "Financial Times" schreibt. Die TAC wird laut CFTC aus 25 Personen bestehen. Sie soll der Behörde dabei helfen, mit dem Fortschritt Schritt zu halten. (APA)

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