Verhaltenstherapie hilft gegen Tics

21. Mai 2010, 13:47
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Ebenso gut wie medikamentöse Behandlung

Chicago - Kindern mit Tourette-Syndrom hilft eine Verhaltenstherapie ebenso gut wie eine medikamentöse Behandlung - aber ohne die mit den Psychopharmaka verbundenen Nebenwirkungen. Bei der neurologischen Störung entwickeln Kinder bestimmte Tics wie etwa Augenblinzeln, Gesichtsgrimassen oder ruckartige Bewegungen. Dagegen nehmen viele Heranwachsende Neuroleptika ein. Diese Arzneien haben allerdings gravierende Nebenwirkungen, darunter Gewichtszunahme, Antriebslosigkeit oder verringerte Aufmerksamkeit.

Mediziner der Universität von Los Angeles prüften nun eine eigens entwickelte Verhaltenstherapie an 126 Kindern, die entweder nur beraten wurden oder aber die neue Behandlung erhielten. Dabei sollten sie lernen, vor dem Auftreten eines Tics willentlich anders zu reagieren, bis der Drang verstrichen war. Gleichzeitig waren die Eltern angehalten, Situationen zu vermeiden, die solche Tics gewöhnlich verschlimmern.

Mit dem Verfahren besserten sich die Symptome bei 53 Prozent der Kinder merklich. Dies entspricht etwa der Erfolgsrate von Medikamenten. Die konventionelle Beratung half lediglich 19 Prozent, wie die Mediziner im Fachblatt "JAMA" schreiben. Bei neun von zehn Patienten hielt die Besserung mindestens ein halbes Jahr an. (APA)

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