Ein Besuch bei der Katz im Dreiländereck

    21. Mai 2010, 17:21
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    Die Stumpfmauer ist für Konditionsstarke, die der Aufstieg nicht schreckt, ein sehr lohnendes Ziel

    "Gemma wieder einmal zur Katz!" Für Kenner der Ybbstaler Alpen heißt das, auf die Stumpfmauer zu steigen. Am Ende eines langen und steilen Anstiegs zum höchsten Punkt der Voralm, nur knapp unterhalb des Gipfels, steht eine natürliche Felsfigur, die frappant an eine Katze erinnert, zumal der Klotz durch ein paar Pinselstriche adaptiert wurde. Wenn man das seltsame Kalkgebilde erreicht hat, lächelt man nicht nur über den Anblick, sondern hat auch die Gewissheit, bald beim Gipfelkreuz zu sein.

    Sehr überlaufen ist die Stumpfmauer - nahe dem Dreiländereck Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark - nicht, denn allein der Höhenunterschied von 1200 Metern schreckt viele ab, doch als Lohn für den vergossenen Schweiß, genießt der Bergwanderer eine einmalige Rundsicht. Sie reicht vom Schneeberg bis zum Toten Gebirge und umfasst Hochschwab, einen Teil der Rottenmanner Tauern, Gesäuse, Haller Mauern, Eisenerzer Alpen und einen Teil des Hintergebirges. An klaren Tagen zeigt sich sogar der Dachstein, besonders imposant nimmt sich das benachbarte Gamsfeld aus. Nicht weniger beeindruckend ist der Tiefblick über die Gipfelwand in die romantischen Tallandschaften.

    Die Pflanzenwelt weist eine besondere Vielfalt auf, Gämsen sind keine Seltenheit.

    Für besonders Konditionsstarke bietet sich ein Abstecher zum Tanzboden an, wo die Grenzen der drei Bundesländer zusammenstoßen. Dort steht eine Metallskulptur namens "Dreiklang", bei der jeden Sommer ein Fest stattfindet. Dafür sind zusätzlich etwa hundert Höhenmeter in Kauf zu nehmen.

    Der Weg zur Stumpfmauer bietet keine Schwierigkeiten, auch der kurze Abstieg auf dem Kopetzky-Steig ist eher harmlos, da nicht ausgesetzt. Zudem erleichtern Stahlseile das Passieren des felsigen Abschnitts.

    Aber: Die Route ist lang und teilweise sehr steil, sie verlangt gute Kondition und Ausdauer. Da zudem kein Stützpunkt zur Verfügung steht, braucht man auch gutes Wetter.

    Die Route: Zufahrt von Hollenstein an der Ybbs bis zum Parkplatz unterhalb des Wentenhofes. Auf der Forststraße geht es - eine Kehre abkürzend - flott zur Höhe. Bei einer deutlichen Verflachung der Straße hält man sich rechts und steigt auf der roten Markierung steil zur Steinernen Katz an, von der man bald zum Gipfel gelangt. Gehzeit 3½ Stunden.

    Auf dem Kopetzky-Steig geht es nach Südwesten hinab, unmittelbar vor der "Luck'n", einem Felstor, hält man sich rechts und folgt den roten Marken zur Anstiegsroute, auf die man bei der "Katz" trifft. Gehzeit ab Gipfel eine halbe Stunde. Auf bekanntem Weg geht es ins Tal zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit 2½ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Album/Printausgabe, 22./23./24./5.2010)

    Gesamtgehzeit 6½ Stunden, Höhendifferenz rund 1200 Meter. Kein Stützpunkt auf der Route. ÖK25V Blatt 4209-West (Hieflau), Maßstab 1:25.000.

    • Die Route verlangt gute Kondition
 und Ausdauer - und man braucht auch gutes Wetter.
      foto: österreich werbung/diejun

      Die Route verlangt gute Kondition und Ausdauer - und man braucht auch gutes Wetter.

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