Konten auf Zypern, über die die fast zehn Millionen an Provisionen geflossen sind, sollen nun geöffnet werden
Wien - Die Justiz will in der Buwog-Affäre nun die Konten auf Zypern,
über die die fast 10-Mio.-Euro-Provision geflossen ist, öffnen lassen: Ein
Rechtshilfeansuchen werde gerade abgeschickt, berichtet das "WirtschaftsBlatt" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Wien. Bei der
Privatisierung der Bundeswohngesellschaften (Buwog) wurde vom letztlich
siegreichen Bieter Immofinanz eine Provision in Höhe von einem Prozent des
Kaufpreises (9,6 Mio. Euro) an die Lobbyisten Peter Hochegger und Walter
Meischberger gezahlt. Das Geld floss zunächst an die zypriotische
Briefkastenfirma Astropolis.
Von dort flossen rund 7,7 Mio. Euro weiter auf das Liechtensteiner Konto des
US-Unternehmens Omega, wo das Geld offenbar bar behoben wurde. Die Konten in
Liechtenstein wurden schon geöffnet, mit der Auswertung der "Kiste mit
Kontodaten" habe die Staatsanwaltschaft den Wirtschaftstreuhänder Gerhard
Altenberger beauftragt.
Das Geld wurde offenbar auf drei Konten bei der Hypo Invest Bank in
Liechtenstein einbezahlt. Verfügungsberechtigt für diese Nummernkonten mit den
Namen "Karin", "Natalie" und "Walter" war Meischberger gewesen. Von diesen wurde
dann Geld cash abgehoben und von Boten nach Österreich gebracht. "Die
Überbringung erfolgte über mehrere Jahre, je nach Bedarf in namhaften Beträgen",
so die Staatsanwaltschaft Wien gegenüber der Zeitung
Wer hat die Provision gezahlt?
Weiters soll Altenberger klären, wer die Provision ursprünglich gezahlt hat.
Nach Zypern überwiesen wurde sie von der Constantia Privatbank Corporate Finance
Consulting (CPBCFC). Entscheidend sei jedoch, von wem diese die knapp zehn
Millionen Euro erhalten hat: vom Buwog-Käufer Immofinanz oder von der Constantia
Privatbank? Stammt das Geld von letzterer, hätte Ex-Immofinanz-Chef Karl
Petrikovics, der in Personalunion auch die Constantia Privatbank leitete, ein
weiteres Problem am Hals: denn das würde den Tatbestand der Untreue gegenüber
der Bank erfüllen.
In der Buwog-Affäre wird gegen Meischberger, Hochegger, den Immobilienmakler
Ernst-Karl Plech und auch gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser ermittelt.
Bei der unter Grasser 2004 erfolgten Buwog-Privatisierung hatte die Immofinanz
letztlich ganz knapp die Nase vorn. Die Lobbyisten Hochegger und Meischberger
erhielten eine Provision in Höhe von einem Prozent des Kaufpreises, also 9,6
Mio. Euro. (APA)