VP-Schützenhöfer verteidigt Karl

21. Mai 2010, 13:38
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SPÖ sammelt sich hinter Karl - Steirische Landesrätin Edlinger-Ploder ebenfalls für gemeinsame Schule

Graz - Rückendeckung aus der steirischen ÖVP hat Wissenschaftsministerin Beatrix Karl nach ihrem Vorstoß für die Gesamtschule erhalten. LHStv. Hermann Schützenhöfer meinte zum Vorschlag nur knapp: "Denken wird wohl noch erlaubt sein." Verkehrs- und ehemalige Bildungslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder versteht die Aufregung um den Vorstoß nicht. Sie spreche sich nach wie vor für eine Gesamtschule der fünf- bis 15-Jährigen aus.

Schützenhöfer erklärte, dass die Schule in Österreich momentan im Umbruch sei und es um die "beste Lösung für die Schüler gehe". Um das zu erreichen, seien alle gefordert. Edlinger-Ploder meinte, dass innerhalb der Partei derzeit Diskussionen laufen würden, bezeichnete das aber als "normal", da es eben "mehrere Stoßrichtungen" zu dem Thema gebe. Am Ende der Diskussionen soll jedenfalls ein gemeinsames Papier der ÖVP vorliegen. Sie zeigte sich überrascht, dass die Aufregung um den Vorstoß größer sei als das Interesse an der Bildungsdebatte.

SPÖ sammelt sich hinter Karl

Der Fanclub von Karl in der SPÖ wächst. Klubobmann Josef Cap betonte in einer Aussendung, dass "alles für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14jährigen spricht und alles gegen das willkürliche Aussortieren der Kinder mit neun Jahren, durch das soziale Ungleichheiten einzementiert werden".

Neben unzähligen nationalen und internationalen Experten hätten auch wesentliche Teile der ÖVP die Notwendigkeit einer Neuorganisation der Schule der Zehn- bis 14jährigen mit individueller Förderung der Schüler und Ganztagesbetreuung seit langem erkannt, meinte Cap: "Wir sollten nicht noch Jahre verstreichen lassen." "Vorbehaltlos unterstützt" wird Karl von der Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SP). Sie hofft, dass sich die Wissenschaftsministerin gegen die Widerstände in der eigenen Partei erfolgreich durchsetzen kann.

Auch die roten Pflichtschul-Lehrergewerkschafter setzen auf Karl, schränken aber ein: Ihr Vorstoß habe "dem differenzierten Schulwesen auf der Sekundarstufe 1 nicht den Todesstoß versetzt, sondern lediglich den Weg für eine Neuorientierung frei gemacht". Seit geraumer Zeit sei das differenzierte Schulwesen auf der Mittelstufe nämlich kaum mehr vorhanden, so Thomas Bulant, Vorsitzender der roten Pflichtschullehrer: In ländlichen Gebieten entschieden sich die 10- bis 14-Jährigen annähernd zu 100 Prozent für die leistungsdifferenzierte Hauptschule, wenn die nächste AHS zu weit vom Wohnort entfernt sei. In Ballungsräumen habe die AHS-Unterstufe undifferenziert die Funktion der Pflichtschule übernommen.

Unterstützung von Uwe Scheuch

Unterstützung für die Gesamtschule kommt auch vom Kärntner Bildungsreferenten Uwe Scheuch (FPK). Karl habe in ihren Überlegungen seine volle Unterstützung, so Scheuch. FP-Bildungssprecher Walter Rosenkranz meinte: "Die FPÖ ist und bleibt weiterhin die einzige ernstzunehmende Partei, die sich klar gegen die Gesamtschule ausspricht."

Für die Gesamtschule plädieren die Unabhängigen Gewerkschafter in der GÖD, dagegen die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV). Der Familienbund warnte davor, die Schuldiskussion für koalitionäre Tauschgeschäfte zu missbrauchen. "Selektion und Exklusion sind Konzepte der Vergangenheit, die Zukunft lautet: eine Schule für alle", reagiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie. (APA)

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