Microsofts Gratis-Office reicht oft aus

23. Mai 2010, 12:03
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Neue Versionen von Word, Excel & Co

Microsoft hat die jüngste Version seines Office-Pakets zunächst für Unternehmen eingeführt. Privatanwender können Office 2010 ab Juni kaufen. Das Programmpaket mit Word, Excel, PowerPoint und weiteren Anwendungen gibt es in drei Ausgaben mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die gleichzeitige Zusammenarbeit an Dokumenten und eine enge Anbindung an die "Cloud", also an Datenspeicher und Anwendungen im Internet. Microsoft Outlook hat eine direkte Schnittstelle zu Sozialen Netzwerken wie Facebook und LinkedIn erhalten.

Ausgaben

Die Ausgabe "Home and Student" enthält Word, Excel, PowerPoint sowie das für schnelle Notizen gedachte Programm OneNote zum Paketpreis von 139 Euro. Bei "Home and Business" ist zum Preis von 379 Euro auch Outlook mit dabei. Für 699 Euro gibt es die "Professional"-Version einschließlich der Datenbanksoftware Access und dem Layout-Programm Publisher. Schüler und Studenten können diese Version zum ermäßigten Preis von 109 Euro bekommen.

Von Microsofts Office 2010 gibt es erstmals eine kostenlose Ausgabe. Die sogenannte Starter Edition liegt künftig den allermeisten Neu-PCs bei und beherrscht einen Großteil der Aufgaben, die man als Privatanwender typischerweise erledigt. Zu diesem Ergebnis kommt der Testbericht im Computermagazin c't.

Werbung

Mit unterschiedlichen Ausgaben von Office 2010 will Microsoft verlorene Marktanteile zurückgewinnen. Die kostenlose Starter Edition blendet allerdings Werbung ein und beherrscht keine Profi-Funktionen wie automatisch gepflegte Literaturverzeichnisse oder das Ausführen spezieller Makros.

Bedienoberfläche wurde noch einmal grundlegend überarbeitet

Erstmals gibt es bei Microsoft auch Office-Programme, die nicht installiert werden müssen, sondern im Internet-Browser laufen - ebenfalls kostenlos. Die "Web-Apps" sind noch nicht fertig, zeigen aber schon jetzt, dass sie genauso aussehen und beinahe so viel können sollen wie Word, Excel und PowerPoint auf dem heimischen PC. Nutzer dürfen Dokumente auf Microsoft-Servern ablegen und für andere freigeben, etwa für die Zusammenarbeit in einem Team.

Die Bedienoberfläche in Office 2010 wurde noch einmal grundlegend überarbeitet und konnte im Test überzeugen. Es gibt auch neue Funktionen, die sich in allen enthaltenen Programmen nutzen lassen und oftmals den Griff zu spezialisierter Software, etwa zur Bildbearbeitung oder Videoschnitt ersparen.

Überforderte Nutzer

"Mit Office 2010 ist Microsoft auf dem richtigen Weg", urteilt c't-Redakteur Stephan Ehrmann. Die vorherige Version des großen Büropakets Office 2007 war hingegen ein Flop. Die seinerzeit revolutionär neue Bedienoberfläche, welche die herkömmlichen Menüs durch "Multifunktionsleisten" ersetzte, überforderte die Nutzer. Essenzielle Funktionen etwa zum Speichern oder Drucken konnten viele nicht mehr finden. Daher läuft noch heute auf vielen PCs ein altes Office der Version XP oder 2003. So mancher stieg auch auf das kostenlose OpenOffice um, das noch der gewohnten Bedienweise folgt und weitgehend kompatibel ist.

Google Office

Auch im Internet wurde Microsoft stark unter Druck gesetzt. Nur einen Mausklick von der populärsten Suchmaschine der Welt entfernt bietet Google ebenfalls ein Office-Paket an. "Text und Tabellen" läuft im Web-Browser und reicht für viele Zwecke vollkommen aus. Hier will Microsoft in Zukunft mit den Web-Apps gegenhalten. (red)

 

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