Fremdenrecht als "Hemmnis" für Uni-Internationalisierung

21. Mai 2010, 10:46
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Rektoren-Kritik an "unkooperativen Konsularbeamten" - "Willkür" ein Ende setzen - Brief an Minister wegen "ungelöster Probleme" mit Studenten aus Drittstaaten

Wien - Kritik an "Falschinformationen", "unkooperativen Konsularbeamten" und der generell langen Verfahrensdauer für potenzielle Studenten aus Drittstaaten übt die Universitätenkonferenz (uniko). Der Vorsitzende des Forums Internationales, Montanuni-Rektor Wolfhard Wegscheider, ersucht daher Außenminister Michael Spindelegger, Innenministerin Maria Fekter und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (alle V) in einem Brief, "sich der ungelösten Probleme speziell im Zusammenhang mit den Studierenden aus Drittstaaten anzunehmen", heißt es im aktuellen uniko-Newsletter.

Deutliche Worte enthält der Brief an Spindelegger: "Die für Internationalisierung zuständigen Leitungsorgane der Universitäten berichten immer wieder von erheblichen Problemen mit den österreichischen Vertretungsbehörden im Ausland. Studienwerber/innen erhalten in ihren Heimatländern bisweilen Falschinformationen bezüglich der Einreise- und Aufenthaltbestimmungen in Österreich." Generell sei die lange Verfahrensdauer und "das oft unkooperative Verhalten der Konsularbeamten" ein "schweres Hemmnis für unsere Bemühungen um die Internationalisierung der österreichischen Universitäten".

"Untragbares Bild"

"Durch dieses Verhalten entsteht ein Bild von Österreich, das unserer Ansicht nach im akademischen Kontext untragbar ist", so Wegscheider. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Anträge von Austauschstudierenden bevorzugt behandelt und die erforderlichen Unterlagen vereinheitlicht würden. Damit würde der Ermessensspielraum eingeschränkt und "der wahrgenommenen Willkür ein Ende gesetzt".

Im Brief an Karl schickt Wegscheider zwar voraus, dass im Bereich der Forscher aus Drittstaaten erhebliche Fortschritte erzielt wurden. Studenten aus Staaten außerhalb der EU hätten aber nach wie vor erhebliche Probleme hinsichtlich der Antragstellung auf Aufenthaltsbewilligung und des Zugangs zum heimischen Arbeitsmarkt. Um die Attraktivität Österreichs für internationale Studierende und damit für künftige Forscher zu erhalten, sei aber "eine unbürokratische und schnelle Abwicklung der Vergabe von Niederlassungs- und Beschäftigungsbewilligungen essenziell".

Im Regierungsprogramm sei zwar die Schaffung einer "Rot-Weiß-Rot-Card" festgehalten, mit deren Hilfe transparente und nachvollziehbare Bedingungen für eine gezielte Zuwanderung auch für Studierende geschaffen werden sollen. Das Vorhaben liege aber "offenbar auf Eis". Von Fekter will Wegscheider daher Auskunft über den aktuellen Zeitplan für die Realisierung der Karte. (APA)

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