Talfahrt an internationalen Aktienmärkten

21. Mai 2010, 12:57
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Der Wiener ATX konnte sich angesichts der Verluste an den US-Börsen am Vorabend relativ stabil halten

Tokio - Die Talfahrt an den internationalen Aktienmärkten geht weiter. Nach dem Kurssturz an der Wall Street am Vorabend haben die Börsen in Asien am Freitag ebenfalls schwächer tendiert. Der Nikkei-225 Index fiel 245,77 Punkte oder 2,45 Prozent auf 9.784,54 Zähler. Der Topix Index schloss mit 879,69 Einheiten und einem Abschlag von 18,46 Punkten oder 2,06 Prozent. Besonders stark waren die Verluste bei den exportorientierten Titeln. Grund war der starke Yen, der japanische Exportgüter wie beispielsweise Autos verteuert: Honda büßten 3,6 Prozent ein, Nissan 3,9 Prozent. Der Euro erreicht gegenüber dem Yen zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit Ende 2001.

Auch in China und Taiwan gingen die Leitindizes zurück. Die Börsen in Hongkong und Seoul waren wegen Feiertagen geschlossen. Wegen der Unruhen in Bangkok ruhte auch der Handel am thailändischen Aktienmarkt.

Die Wall Street hatte am Donnerstag den höchsten Tagesverlust seit 15 Monaten erlebt. Der Dow-Jonex-Index stürzte um 376,36 Punkte oder 3,6 Prozent auf 10.068,01. Der Index der Nasdaq-Börse sank um 94,36 Zähler oder 4,1 Prozent auf 2.204,01. Börsianer machten die wachsenden Sorgen um die Wirtschaftsentwicklung in Europa für die Kursverluste verantwortlich. Im Gleichklang mit den europäischen Börsen startete der ATX mit etwas niedrigeren Kursen in den Handel, konnte sich angesichts der deutlichen Verluste an den US-Börsen am Vorabend aber relativ stabil halten. Der Euro-Stoxx 50 fiel im frühen Handel um 0,48 Prozent. Der CAC-40 in Paris verlor 0,47 Prozent, und auch für den Londoner FT-SE 100 ging es ähnlich stark um 0,60 Prozent nach unten. Der deutsche Dax hat nach der Vorlage des Ifo-Geschäftsklimaindex seine Verluste eingegrenzt und notierte gegen Mittag um 0,7 Prozent schwächer bei 5825 Punkten, zuvor hatte das Minus mehr als ein Prozent betragen. Die Wiener Börse hielt sich vorerst relativ stabil, baute ihre Verluste aber im Laufe des Nachmittages aus.

Euro spürbar erholt

Der Euro hat sich spürbar von seinem Sinkflug der vergangenen Wochen erholt. Am Freitag ist er kurzfristig über die Marke von 1,25 Dollar gestiegen, um dann wieder leicht zurückzufallen. Experten nannten mehrere Gründe für den festeren Euro. So wurde zum einen auf Spekulationen über Deviseninterventionen von Zentralbanken verwiesen. Darüber hinaus scheint es der Markt zusehends zu honorieren, dass sich die europäische Politik der Verschuldungsproblematik nachhaltig widmet. "Es macht sich so etwas wie Optimismus breit, dass die Politiker in Europa die Lage langsam in den Griff bekommen", urteilte die Commerzbank. (APA/rb)

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    Der Dow Jones stürzte am Donnerstag um 3,6 Prozent ab (im Bild: der Schluß-Stand des Index).

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