Streit um Hamburger Museumsschließung

20. Mai 2010, 21:19
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Galerie der Gegenwart betroffen

Hamburg - Nicht nur die Elbphilharmonie schlägt in der Hansestadt politisch derzeit hohe Wellen, auch die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle muss geschlossen werden.

Zwischen Kultursenatorin Karin von Welck und Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner ist ein offener Streit darüber entbrannt, weshalb die Galerie bis zum Herbst schließen muss: Sind es bloß die Brandschutzklappen, die defekt sind und repariert werden müssen? Oder ist die Schließung die einzige Möglichkeit, die Sparvorgaben zu erfüllen?

Die Kunsthalle müsse im nationalen Vergleich mit anderen Kunstmuseen mit einem unzureichenden Etat wirtschaften, der es ihr nicht ermögliche, sich der internationalen Konkurrenz zu stellen, sagte die oppositionelle SP-Politikerin Dorothee Stapelfeldt. "Es ist eine kulturpolitische Bankrotterklärung, dass Hamburg in den bevorstehenden Sommermonaten, in denen die Stadt die meisten Touristen zu verzeichnen hat, eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst im Norden schließt und sich damit im In- und Ausland der Lächerlichkeit preisgibt."

Auch der Vorstandsvorsitzende der "Freunde der Kunsthalle", Ekkehard Nümann, sorgt sich um das Renommee des Hauses: "Es wird nicht lange dauern und Hamburg wird in kultureller Hinsicht zur Provinz verkommen." (APA)

 

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