"Für volle Prämien muss ORF besser werden"

20. Mai 2010, 19:05
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"Chili" mitten in Kernzone für ORF-Boni - Wrabetz: Erholung oder "was überlegen"

Wien - "Chili brennt zweimal", schrieb Programmdirektor Wolfgang Lorenz' Projektleiter Pius Strobl: Für Juni verlangt Stiftungsrätin Huberta Gheneff eine Aufstellung, wie viel Dominic Heinzls Societysendung kostet.

Schon Donnerstag nahmen sich Stiftungsräte "Chili" und seine allzu milden Quoten vor. ORF-Chef Alexander Wrabetz erklärte laut Ohrenzeugen, er wolle das Format nicht so schnell aufgeben. Doch wenn es sich nicht bessere "muss man sich etwas überlegen".

Wrabetz würde "Chili" hautnah schmerzen: Für seine volle Jahresprämie (bis 15 Prozent von 350.000 Euro) muss er auch die TV-Quoten von 2009 in der "Kernzone" von 17 bis 23 Uhr übertreffen. Mitten in der Zone: "Chili".

"Für die vollen Prämien muss der ORF besser werden", sagte Stiftungsratschefin Brigitte Kulovits-Rupp. Das gilt für das Konzernergebnis (Grundbedingung: ausgeglichen), die geplanten Werbeeinnahmen, die Marktanteile in TV, Radio, Online. Hält der ORF die Vorjahreswerte und den Finanzplan nur, bekommen General und Direktoren die halbe Prämie.

Gegen die Prämien stimmten die Betriebsräte im Stiftungsrat - weil die Belegschaft so blute, sollten die Chefs jedenfalls ein drittes Jahr verzichten. Der ORF-Personalaufwand (ohne Tochterfirmen) sank von 2008 404 Millionen auf 2009 375, Plan heuer: 330. 4023 Leute werkten 2007 im ORF (ohne Töchter), Anfang 2010 3505.

Für 2010 hat der ORF schon drei Millionen mehr am Personal gespart als geplant; beim Sachaufwand liegt er acht Millionen unter dem Sparplan. Danach fehlen dem ORF zwölf (2011) bis 40 Millionen (2013) auf die Personalsparpläne.

Der Verlust des ORF lag 2009 bei 65,8 Millionen, mit Töchtern bei 44,4. 2010 plant der ORF ein Minus von 15,2 Millionen, im Konzern 100.000 Euro Plus. Ohne die mit dem Gesetz versprochenen 50 Millionen Euro extra. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 21.5.2010)

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    Februar: Heinzl wurde als "Society-Journalist des Jahres 2009" ausgezeichnet, Wrabetz überreicht ihm die Ausszeichnung und hielt die Laudation.

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