Student raste mit Auto absichtlich in drei Kommilitonen

20. Mai 2010, 17:53
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Das Motiv für die Amokfahrt am Campus ist noch unklar

Linz - Mit Absicht hat ein offenbar psychisch kranker 34-jähriger Student drei Kommilitonen an derJohannes-Kepler-Universität Linz niedergefahren. Die Opfer wurden zum Teil schwer verletzt, eine Studentin liegt im Spital.

Der Amokfahrt Mittwochfrüh war eine Rauferei zwischen den jungen Leuten vorausgegangen. Die drei Studenten, ein 21-Jähriger, eine 25- und eine 30-Jährige, waren gerade dabei, in der Nähe des Teichs auf dem Uni-Gelände Plakate für eine Studentenveranstaltung aufzuhängen. Als der mutmaßliche Täter das sah, soll er auf die Gruppe zugestürmt und grundlos zu stänkern begonnen haben, erklärt Erwin Fuchs von der Linzer Polizei.

Brille in Teich geworfen

Anschließend habe er die Brille des Studenten in den Teich geworfen. "Dann sind beide Burschen zu Boden gestürzt" , berichtetFuchs. Die Studentinnen riefen die Polizei, worauf sich der Angreifer vorerst aus dem Staub gemacht habe. Plötzlich raste dieser jedoch mit einem Auto auf die drei, die beim Parkplatz bei derUni auf die Polizei warteten, frontal zu. "Zwei von ihnen wurden über die Motorhaube geschleudert, einer wurde seitlich weggeschleudert." Die 25-jährige Frau wurde schwer verletzt, sie erlitt einen Wirbelbruch. Die beiden anderen kamen mit leichten Prellungen davon. Der vietnamesischstämmige Mann mit österreichischer Staatsbürgerschaft wurde noch an der Unfallstelle wegen des Verdachts der absichtlichen schweren Körperverletzung verhaftet.

Über das Motiv herrschteauch am Donnerstag noch Unklarheit. Der mutmaßliche Täter, der laut Angaben der Presseabteilung der Uni in Linz Wirtschaftsinformatik studiert und in einem Studentenheim nahe des Campus wohnt, soll die drei Opfer nicht gekannt haben. Er wurde in die Landesnervenklinik Wagner-Jauregg eingeliefert. Eine Einvernahme des offenbar stark verwirrten Mannes sei voraussichtlich auch in den nächsten Tagen nicht möglich. Der Exekutive sei er, so Fuchs, "nicht ganz unbekannt" . (ker, DER STANDARD - Printausgabe, 21. Mai 2010)

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