Facebook und Youtube nach Protesten gesperrt

21. Mai 2010, 11:24
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"Frevelhafte" Inhalte und Mohammed-Zeichenwettbewerb als Begründung

Islamabad - Die pakistanische Regierung hat am Donnerstag den Zugang zur Internet-Videoplattform YouTube gesperrt. Begründet wurde dies damit, dass es dort zunehmend "frevelhafte" Inhalte gebe. Erst tags zuvor war der Zugang zum sozialen Netzwerk Facebook gesperrt worden. Grund war hier eine Seite, auf der die Nutzer dazu aufgerufen wurden, Bilder des Propheten Mohammed zu veröffentlichen, was im Islam als Blasphemie gilt.

Die pakistanische Telekommunikationsbehörde teilte mit, es sei der Regierung nicht gelungen, die beiden Websites davon zu überzeugen, diese "abfälligen Inhalte" zu entfernen. Auch der Zugang zur Online-Enzyklopädie Wikipedia und der Foto-Sharing-Site Flickr war am Donnerstag in Pakistan nur eingeschränkt möglich.

"Blasphemische Veranstaltung"

"Wegen dieser blasphemischen Veranstaltung hat das Gericht die Regierung angewiesen, Facebook ab sofort bis zum 31. Mai zu blockieren", sagte einer der Beschwerde führenden Anwälte am Mittwoch. Viele Muslime empfinden jegliche Abbildung des Religionsstifters als Beleidigung.

Kritiker der geplanten Facebook-Sperrung hielten dagegen, dass die Entscheidung des Gerichts übers Ziel hinausschießen könnte. "Die ganze Internetseite zu sperren, dürfte vor allem die jungen Nutzer verärgern", sagte der Chef des Internet-Dienstleisters Nayatel, Wajaj-us-Siraj. Schließlich sei das Netzwerk bei ihnen sehr beliebt, sie verbrächten dort sehr viel Zeit.

Die Organisatoren des Zeichenwettbewerbs erklärten auf ihrer am Mittwoch noch zu erreichenden Facebook-Informationsseite, es gehe ihnen um die Meinungsfreiheit. Der geplante Wettstreit sei die Antwort auf einen muslimischen Blogger, der wegen einer Darstellung Mohammeds unlängst Drohungen gegen die Produzenten der Serie "South Park" ausgesprochen habe. "Sie (die Extremisten) können uns nicht unser Recht auf Redefreiheit nehmen und uns mit ihren Drohungen zum Schweigen bringen", hieß es auf Facebook.

Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" im Jahr 2005 hatten weltweit Protesten ausgelöst, bei denen mindestens 50 Menschen starben. (APA/apn)

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