Berlusconis Luxusresidenz auf Sardinien wird erneut zur Staatsaffäre

20. Mai 2010, 16:12
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Streit um Baupläne für neue Bungalows

Rom - Ein Plan des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi, auf dem Grundstück seiner Luxusvilla "La Certosa" im nördlichen Teil Sardiniens neue Bungalows zu errichten, ist in Italien zu einer Staatsaffäre geworden. Das Bauprojekt wurde bei den Behörden der Region Sardinien vergangene Woche zur Genehmigung eingereicht, da die Bungalows unweit eines 30 Hektar großen Waldes entstehen sollen. Die Grünen laufen Sturm und forderten die Behörden auf, das Projekt abzulehnen, weil es nicht umweltverträglich sei.

Berlusconis Rechtsanwalt Nicolo Ghedini versicherte, dass bei den Arbeiten die Umweltkriterien voll berücksichtigt würden. Berlusconi wolle lediglich vier Räume für die Sicherheitskräfte bauen lassen, die für den Schutz des Premierministers während dessen Aufenthalt in der Villa sorgen.

Die Opposition kritisierte, Berlusconi habe im vergangenen Jahr einen umstrittenen Plan zur Förderung des privaten Wohnbaus verabschiedet, um freie Hand bei seinen Bauprojekten zu erhalten. Gemäß diesem Plan haben die Regionen die Kompetenz erhalten, in Abweichung der bisherigen Baugesetze und Raumplanungsvorschriften Hauseigentümern einen bis zu 20-prozentigen Ausbau ihrer Immobilien zu erlauben. Mittels steuerlicher Anreize durch die Kommunen können Hauseigentümer bauliche Renovierungs- bzw. Erweiterungsmaßnahmen durchführen. Gegen diesen Plan hatten sich die Oppositionsparteien mit der Begründung gestemmt, man müsse mit einer Rückkehr des Spekulantentums wie in den 60er Jahren rechnen.

Die Villa "La Certosa" ist Berlusconis Sommerresidenz. Der italienische Ministerpräsident liebt es, im August Regierungschefs und Präsidenten in der 2.500 Quadratmeter großen Villa mit atemberaubendem Ausblick auf das Meer einzuladen. Im August 2004 hatte etwa der britische Premierminister Tony Blair Berlusconi dort besucht. 2003 hatte der italienische Regierungschef den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Sardinien eingeladen. Wegen der Partys mit jungen Schauspielerinnen und Showgirls, die Berlusconi dort auch organisierte, hatte die Villa im vergangenen Jahr für einen Eklat gesorgt. (APA)

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