Swarovski streicht jährlich 200 Jobs

20. Mai 2010, 18:24
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Während im Tiroler Wattens bis 2014 massiv gespart wird, wird der Standort China ausgebaut - ein weiterer ist in Osteuropa geplant

Innsbruck - Der Tiroler Kristallkonzern Swarovski macht jetzt Ernst mit seinen bereits angekündigten Plänen, Teile der Produktion ins Ausland zu verlagern. Am Donnerstag wurden die Mitarbeiter über die Vorhaben des Konzerns informiert. Ab dem kommenden Jahr sollen am Standort Wattens bis 2014 jährlich 200 Mitarbeiter abgebaut werden. Derzeit sind in Wattens knapp über 5.000 Personen beschäftigt. Kündigungen will das Unternehmen nach eigenen Angaben vermeiden. Der Jobabbau werde über "natürliche Fluktuation" realisiert, heißt es seitens Swarovski-Sprecher Matthias Neeff zu derStandard.at.

Neben dem bereits vorhandenen Produktionsstandort in Pune (der unverändert bleibt) in Indien wird auch der Standort in Qingdao für die Produktion von Kristallkomponenten ausgebaut, außerdem hinzukommen soll eine Produktionsstätte in Osteuropa. Wattens werde allerdings weiterhin der wichtigste Produktions-Standort für das Unternehmen bleiben, von dem aus die Steuerung und Kontrolle der Werke und Lieferanten erfolgen soll. Investitionen in Höhe von 100 Mio. Euro seien hier bis 2014 geplant.

Neuausrichtung

Die Neuausrichtung des Produktionskonzeptes für das Kristallkomponentengeschäft sei aufgrund der veränderten Marktbedingungen infolge des verschärften Wettbewerbs notwendig geworden. Die billige Konkurrenz kommt vor allem aus Ägypten und China, so Matthias Neeff. Ziel sei es, die Kostenführerschaft wiederzuerlangen und die Position als Marktführer zu verteidigen.

Das Jahr 2009 war für Swarovski kein leichtes. "Stark gelitten" habe der Komponentenbereich. Hier wurden Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent verzeichnet. Bei den Konsumgütern wie Schmuck oder Lampen habe das Unternehmen "keine Federn gelassen" und sei sogar leicht gewachsen. Für 2009 sei ein leichter Gewinn zu erwarten, hatte Konzernsprecher Markus Langes-Swarovski Ende des vergangen Jahres erklärt.

Das 1895 gegründete Familienunternehmen ist heute in mehr als 120 Ländern aktiv und erzielte 2009 24.800 Beschäftigten (2008: 26.000) einen Umsatz von 2,25 Mrd. Euro (2008: 2,52 Mrd.). Neben Glaskristallen fertigt "Tyrolit" Schleifwerkzeuge. Swarovski-Optik produziert optische Geräte. (APA/red)

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    Im Wattens-Werk in Tirol spart Swarovski kräftig.

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