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Tommy Lee Jones jagt als Dave Robicheaux in und um New Orleans einen Mörder und seine eigenen Dämonen: "In The Electric Mist" von Bertrand Tavernier
Hollywood erwächst längst auch im eigenen Lande Konkurrenz: So genannte strukturschwache Gebiete locken Filmprojekte mit attraktiven Subventionsmodellen. Auch das arg gebeutelte Louisiana hat sich entsprechend orientiert - dafür machen dort jetzt verpeilte Stars mit ihren Sportwägen die Landstraßen unsicher, und auch sinistre Eingeborene rechnen mit Gewinn im Illusionsgeschäft.
Nicht gerechnet haben sie dabei mit Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones). Der wird eines Tages zu einer Frauenleiche gerufen. Die folgenden Ermittlungen gestalten sich wider Erwarten kompliziert: Auf den ersten Mord folgen weitere, darüber hinaus campieren vor Robicheaux' Haus plötzlich konföderierte Soldaten, und die blutigen Seiten der Vergangenheit werden auch noch vom etwas unberechenbaren Schauspieler Elrod Sykes (Peter Sarsgaard) beschworen. Robicheaux muss im Dickicht zwischen seiner Wirklichkeit, seinen Gespenstern und der Fabrikation der Fiktionen auf dem Filmset einen Serienkiller finden.
Neben Tommy Lee Jones, der den knorrigen, entschlossenen Einzelkämpfer mit lässiger Routine spielt, überrascht der gemütliche John Goodman in einer ganz und gar ungemütlichen Rolle als ebenso schillernder wie brutaler Mobster Julie "Baby Feet" Balboni. (Vielleicht hat er sich damit ja auch in die Herzen der Treme-Erfinder David Simon und Eric Obermyer gespielt, die ihn dann quasi gleich in New Orleans behalten haben.)
Bertrand Tavernier, der seinen jüngsten Film "La Princesse de Montpensier" soeben in Cannes vorgestellt hat, präsentierte "In The Electric Mist" 2009 bei der Berlinale. Der Premiere war ein langes Ringen um die Endversion zwischen dem französischen Regisseur und seinem amerikanischen Produzenten voraus gegangen. Man einigte sich schließlich auf eine US-Version und eine von Tavernier erstellte Fassung. Die für den deutschsprachigen Raum am 28. Mai veröffentlichte DVD enthält neben Letzterer auch ein Making of und "deleted scenes".
Wer ohne deutsche Untertitel auskommt, sei auch auf die bereits erhältliche Edition vom französischen Koproduzenten TF1 verwiesen, auf der neben anderen (musikalischen) Extras auch der Autor der Romanvorlage James Lee Burke Louisiana Stories zum Besten gibt. (Isabella Reicher / DER STANDARD, Printausgabe, 21.5.2010)
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gute schauspieler, tolle musik, viel cajun-lokalkolorit...aber irgendwie leider doch nur ein halbgelungener film.
wer den vollen genuss will, muss sich james lee burkes roman reinziehen.
(trotzdem ein kleiner skandal, dass der film nie bei uns in den kinos gelaufen ist.)
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