ÖVAG-Aktionäre rechnen mit Pinkl und Stadler ab

20. Mai 2010, 14:33
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Die Ex-Bankchefs wurden in der Jahres-HV nicht entlastet - un­mittelbare Konsequenzen hat das nicht

Wien - In der bilanzfeststellenden Jahreshauptversammlung der Volksbank AG (ÖVAG) ist es am Donnerstag spät aber doch zu einer Abrechnung mit der einstigen Bankspitze bekommen. Unmittelbare Konsequenzen wird es freilich daraus nicht geben, dass die Ex-Bankchefs nicht entlastet sind.

In der Abstimmung für das Geschäftsjahr 2009 verweigerten die ÖVAG-Aktionäre heute der früheren Vorstandsspitze Franz Pinkl (für die Monate Jänner bis April 2009) und seinem Co Wilfried Stadler (bis Ende Juni 2009) die Entlastung.

ÖVAG-Aufsichtsratschef Hans Hofinger sprach angesichts des Abstimmungsergebnisses in einem Statement von einer "klaren Unmutsäußerung" der Aktionäre.

Aktionäre sauer

Ein Teilnehmer beschrieb, dass die Aktionäre extrem sauer darüber sind, in welche Lage die frühere Bankspitze das Spitzeninstitut manövriert habe. Die Bank musste - nach der Notverstaatlichung der Kommunalkredit Ende 2008 und daraufhin nötiger Staatshilfe (PS) - weiter erhebliche Wertberichtigungen vornehmen. 2009 schloss die Bilanz mit mehr als einer Milliarde Euro Verlust, die einzelnen Volksbanken mussten selber schmerzliche Beteiligungs-Wertberichtigungen in ihren Bilanzen vornehmen. Der Bankverkauf musste heuer eingeleitet werden. Ausgang: offen.

An die amtierenden Vorstandschefs Gerald Wenzel und Michael Mendel knüpfen die Aktionäre Hoffnungen, dass bald klar ist, wohin die Reise geht. Sie wurden bei ihren Abstimmung mit Applaus bedacht, berichtete ein Teilnehmer. Das "Njet" bei der Abstimmung Pinkl und Stadler erfolgte ohne große Debatten.

Die amtierenden Volksbankenchefs mussten den Aktionären auch wieder Rede und Antwort stehen über den Stand der Verkaufsverhandlungen bzw. Optionen. Die sind mit der BAWAG ja vorerst gestoppt worden, im Vorstand und im Aufsichtsratspräsidium der ÖVAG will man eine Verschmelzung mit der Cerberus-Bank zu einem größeren Gebilde wie berichtet aber noch nicht begraben sehen.

"Symbolfigur für Investkredit"

Überrascht und enttäuscht hat der einstige Investkredit-Chef Stadler auf die Nicht-Entlastung reagiert. Vom gleichfalls nicht entlasteten ehemaligen ÖVAG-Chef Franz Pinkl, der zwischenzeitig auch von seinem neuen Posten als Hypo-Alpe-Adria-Chef zurücktreten musste, liegt keine Stellungnahme vor.

Stadler sprach von einer "Symbolhandlung". Offenbar habe sich bei den Volksbanken die Ansicht verfestigt, die Investkredit hätte ihnen Unglück gebracht, so der einstige Bankmanager. Das stimme nicht.

Dass er in der Hauptversammlung nicht entlastet wurde, wolle er selber jetzt nicht überbewerten, sagte Stadler, der von einer "emotionalen und von Stimmung getragenen Entscheidung" in der Aktionärsversammlung sprach. (APA)

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