"'Daham statt Islam' wird es nicht mehr geben"

S. Jungnikl und L. Kapeller, 20. Mai 2010, 15:02
  • Artikelbild
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    "Nicht alle Ausländer in einen Topf schmeißen": Hofer will in Zukunft mehr Positivthemen bringen.

  • Artikelbild
    foto: christian fischer

    "Der Assistenzeinsatz ist vollkommen überflüssig. Ich sehe ja manchmal die Soldaten, wie sie da spazieren gehen und sich fadisieren."

  • Artikelbild
    foto: apa/roland schlager

    "Die Zeiten haben sich geändert, du musst Antworten bieten. Man kann nicht nur sagen, dieses und jenes sei schlecht." Stellvertreter Hofer, Obmann Strache.

Die FPÖ will ihre Linie ändern und mehr auf "Positivthemen" setzen - Wie, erklärt Vize-Parteiobmann Norbert Hofer im Interview

Als Freiheitlicher komme man in den Medien fast nur dann vor, wenn man "irgendwas Aufregendes sagt", so der stellvertretende FPÖ-Chef Norbert Hofer. Daher will die Partei in Zukunft versuchen "breiter" zu werden und mehr "Positivthemen" zu bringen: "Man kann nicht nur sagen, dieses und jenes sei schlecht." Man müsse auch Antworten bieten, so Hofer. Die Fragen stellten Saskia Jungnikl und Lukas Kapeller.

****

derStandard.at: Herr Hofer, fühlen Sie sich als FPÖ-Politiker verfolgt?

Norbert Hofer: Nein. Ich bin mit der Bevölkerung und mit den Medien immer sehr gut ausgekommen.

derStandard.at: Aber es ist ein Teil der Rolle der FPÖ, dass sie dazu neigt, sich als Opfer darzustellen und zu betonen, dass sie anders behandelt wird als andere Parteien, oder?

Hofer: Das Problem ist, dass wir bei Sachthemen so schwer durchkommen. Wenn du als Freiheitlicher ein Konzept entwickelst, zum Beispiel für ein neues Pflegemodell, dann ist es irrsinnig schwer, in der Zeitung oder im Fernsehen vorzukommen. Wenn du als Freiheitlicher irgendwas ganz Aufregendes sagst, was irgendwie unter der Gürtellinie ist, kommst du sicher vor.

derStandard.at: Sie haben federführend am neuen Parteiprogramm der FPÖ gearbeitet. Steht da drinnen, was eine "soziale Heimatpartei" ist?

Hofer: Es ist immer von zwei Flügeln in der FPÖ die Rede. Das ist nicht richtig. Wir haben in Wirklichkeit drei Standbeine. Das eine ist das freiheitliche Gedankengut. Das heißt: kein Überwachungsstaat, möglichst wenig Reglementierung. Das zweite ist das heimatbezogene, also auch patriotisch, ohne dabei andere Staaten oder Nationen schlechtzureden. Und der dritte Bereich ist das Soziale.

derStandard.at: Und das Soziale ist Ihres? Man hat das Gefühl, Generalsekretär Herbert Kickl und Sie versuchen das sehr zu betonen.

Hofer: Genau. Deswegen habe ich das große Glück, dass ich das Programm machen darf.

derStandard.at: Soll das heißen, dass die FPÖ vorrangig mit dem Ausländerthema verbunden wird, ist gar nicht die Schuld der FPÖ?

Hofer: Die FPÖ muss, was das Ausländerthema anbelangt, auch immer den einzelnen Menschen betrachten. Es gibt Zuwanderer, die sich in Österreich etwas aufbauen wollen und die sind herzlich willkommen. Es gibt Zuwanderer, die das vielleicht nicht wollen. Man darf nicht alle in einen Topf schmeißen.

derStandard.at: In ihrer Werbelinie kommt das nicht so rüber.

Hofer: Das wird sich ändern. Sie werden feststellen, dass im Wien-Wahlkampf die Linie eine andere sein wird als vor einigen Jahren. "Daham statt Islam" wird es nicht mehr geben.

derStandard.at: Heinz-Christian Strache wird in Wien jetzt schon mit Slogans wie "Endlich Gerechtigkeit" und "Endlich Respekt" plakatiert. Will die FPÖ ihren Parteichef als den besseren Sozialdemokraten als Michael Häupl verkaufen?

Hofer: Nein. Wir versuchen nur, Positivthemen zu bringen. In den 80er Jahren ging es darum, eine starre Große Koalition aufzubrechen. Die Zeiten haben sich geändert, du musst Antworten bieten. Man kann nicht nur sagen, dieses und jenes sei schlecht. Deswegen müssen wir bei Kampagnen auch positiv argumentieren können und zeigen, was unsere Werte sind.

derStandard.at: Die FPÖ hat ihre Wahlerfolge seit 2005 aus einer Proteststimmung heraus erreicht. Wie schafft man jetzt den Spagat, dass man die 10 bis 15 Prozent, die man damit bindet, mit der neuen Linie nicht enttäuscht?

Hofer: Indem du nicht nur sagst, was falsch läuft, sondern auch sagst, wie du es machen willst. Das Handbuch freiheitlicher Politik, das wir jetzt herausgegeben haben, geht zum Beispiel viel mehr ins Detail als das Regierungsprogramm. Das ist für eine Oppostionspartei eigentlich ein Risiko, wenn man ganz genau sagt, wie man das umsetzen will. In dem Moment, wo du es sagst, gibt es einen neuen Angriffspunkt.

derStandard.at: Sie bereiten sich auf eine Regierungsbeteiligung vor?

Hofer: Wir müssen immer vorbereitet sein. Wir müssen davon ausgehen, dass unter diesen Voraussetzungen, die wir jetzt haben, die Regierung nicht mehr allzu lange halten wird.

derStandard.at: Die letzten Regierungsbeteiligungen sind der FPÖ ja nicht gut bekommen. Es gibt Stimmen, die sagen, die FPÖ funktioniere nicht als Regierungspartei. Sie lebe vom Protest, von der Opposition, und gewinne dadurch Stimmen.

Hofer: Es gibt viele Beispiele, wo wir im Parlament Anträge einbringen, die nicht populär sind. Es geht darum, allzeit bereit zu sein. Es ist nicht so, dass wir wie die Grünen in eine Regierung drängen. Wir sagen nur, wenn wir Regierungsverantwortung übernehmen würden, haben wir auch die Antworten. Ich will mich aber nicht anbiedern an SPÖ oder ÖVP. Ich bin der Meinung, es war ein Fehler im Jahr 2000 als Juniorpartner in eine Regierung zu gehen. Dass wir damals Schüssel zum Kanzler gemacht haben, war nicht der richtige Weg.

derStandard.at: Ist die FPÖ personell ausreichend aufgestellt für eine etwaige Regierungsbeteiligung?

Hofer: Es ist wesentlich, dass wir Leute bei uns haben, die dazu in der Lage sind. Das war auch der Grund, warum diese "glorreichen Sieben" als Arbeitstitel präsentiert worden sind: weil man das persönliche Profil schärfen muss. Jeder kennt eine Barbara Rosenkranz, einen Martin Graf, den Andreas Mölzer. Wir müssen aber andere Leute in Position bringen.

derStandard.at: Das heißt, es ist nur Zufall, dass mit Rosenkranz, Graf und Mölzer drei eingefleischte Ideologen nicht bei diesen "glorreichen Sieben" dabei sind?

Hofer: Das ist eine Ergänzung. Diese sieben sollen zusätzlich präsentiert werden.

derStandard.at: Das gesunde Wachstum in der FPÖ scheint ja eine schwierige Sache zu sein: Kein Parteichef hat das bisher geschafft. Es gibt am Ende immer Abspaltungen, Splittergruppen, Grabenkämpfe.

Hofer: Das gibt es in jeder Partei. Auf einem Weg, den man beschreitet, gibt es immer Änderungen. Bei uns hat sich ein sehr starker Obmann etabliert und ich erlebe in unserer Partei gerade eine totale Geschlossenheit. Natürlich wird intern diskutiert, aber wenn ein Beschluss gefasst wird, wird der so vertreten.

derStandard.at: Sie sind Burgenländer. Der dortige VP-Chef Steindl hat angedeutet, er könnte sich vorstellen, mit den Blauen zu koalieren. Wie stehen Sie dazu?

Hofer: Nein, das wird nicht passieren. Ich hab mich mit Steindl getroffen und das mit ihm besprochen. Natürlich hätten wir Interesse, einen Machtwechsel im Burgenland herbeizuführen. Unter der Voraussetzung, dass die VP bereit ist das Proporzsystem abzuschaffen, weil das für mich hinderlich ist. SP und VP streiten die ganze Zeit und es geht in der Sache nichts weiter. Wenn Steindl gesagt hätte, er ist bereit das zu ändern, wäre eine Koalition denkbar gewesen. So nicht.

derStandard.at: Soll der Assistenzeinsatz beibehalten werden?

Hofer: Nein. Der ist vollkommen überflüssig. Ich sehe ja manchmal die Soldaten, wie sie da spazieren gehen und sich fadisieren. Bei allem Verständnis für populäre Aussagen: Das, was Niessl hier macht, ist sachlich so unverständlich. Er sagt, die Leute wollen das. Aber ich sage: Wer weiß, was das kostet und was es bringt, will das nicht. (kap, nik, derStandard.at, 21.5.2010)

Zur Person: Norbert Hofer, geboren 1971, ist seit 2005 stellvertretender FP-Chef und stellvertretender Klubobmann der Freiheitlichen Parlamentsfraktion. Er ist für die Themen Umwelt und Energie, Behinderte und Luft- und Raumfahrt zuständig. Hofer lebt in Pinkafeld, ist verheiratet und hat vier Kinder.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 484
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
dejanowitsch
01
Am 18. Juni aber doch!

Da gibt es in Favoriten im Islamischen Zentrum ein Demo gegen Moscheen.
Hat er schon wieder Märchen erzählt der Münchhausen?

dejanowitsch
02
31.5.2010, 17:33
Das wird es wirklich nicht mehr geben!

Hmmm ... oder doch die meinen das ja ernst, oder nicht?
Mandate durch Plakate!
Blender statt Ausländer!
Falsche Zähnd statt Orient!
Werbeknaller zahlt eh der Steuerzahler!
Spesenbereit statt Arbeitszeit!

Bleibt mir gewogen, alles nur gelogen!

au contraire
00
31.5.2010, 10:42
Kein "Daham statt Islam" mehr?

Worauf müssen wir uns gefasst machen?

Furt mit Kurd?
Leiner-Tackerl statt Perserteppich?
Möhre statt Curry?

au contraire
00
31.5.2010, 10:39

Kommt nach "national, ohne die anderen Staaten schlecht zu reden" noch irgend etwas lesenswertes?

Nachdem ich bei diesem Statement vor Lachen vom Sessel gefallen bin und mit furchtbar die Birn ang'haut hab, trau ich mich erst weiterlesen, wenn mein Anwalt die Klage gegen den Standard wegen fahrlässiger Körperverletzung eingereicht hat...

dejanowitsch
00
28.5.2010, 07:41
Ah eine neue Strache-Idee! Die SERBEN MÜSSEN HER!

http://tvthek.orf.at/programs/... Auslaender

Ist doch gut so, dass er wieder eine neue Idee liefert die Klo-reichen 7 dürften damit erledigt sein, es gibt es eine debilowitsch in der Partei!
Christlich-Freiheitliche Plattform für ein freies Europa souveräner Völker für die Kärtner heisst das dann BZÖFIKFPKFPÖCFPFEFESV und der Steuerzahler wird noch mehr zur Kasse gebeten!
Werbung in Komikhefterln, Gehälter, Dienstautos, Amtsgebäude, Gehälter und viel Zuschuß für die Bürgermeisterwahl!
Toll nicht?

dejanowitsch
00
27.5.2010, 08:38
Daham statt Islam wirds nicht mehr geben?

Da hättet Ihr den Strache in Burgenland hören müssen, alles voller Ausländerhass!
Naja so gewinnt man dumme Leute dazu und die haben wir ja genug anscheinend!

Ohne Ausländer würde es nicht gehen,
dass hat er übersehen!

Der Münchhausen sollte lieber bei den Zähnen bleiben, denn von Politik verstehet er absolut nichts!

Lord Lurch
00
25.5.2010, 15:24
Who the F...

is Norbert Hofer?

Sowizo
23
24.5.2010, 14:39
Kurz zusammengefasst:

Die FPÖ will in Zukunft eine Doppelstrategie fahren, bei der sie sich als beinahe gemäßigte Partei mit tollen Konzepten und Lösungen präsentiert, während im Hintergrund Rechtsradikale und Deutschnationale weiterhin die Fäden ziehen und durch Tabubrüche und Provokationen die extreme Rechte bedienen und kontinuierlich vergrößern.

dejanowitsch
00
28.5.2010, 15:47
Sie bestehen ja nur aus solche Leute!

Die können sie nicht verlieren die Dubioslinge, denn dann können sie ganz zu sperren!
Schuld ist der Primitivling und ein teil der Jugend, dass wir diese Typen noch fördern müssen!
Wenn diese Leute wenigstens auch Steuer zahlen würden wäre es gerechter, aber die Strache Anhänger hakeln ja nix und kosten noch Geld für Spitalsaufenthalt, Polizei, Spritzen ....!

dejanowitsch
00
28.5.2010, 07:43
GENAU RICHTIG!

gulasch sepperl
00
24.5.2010, 10:44

"Aber es ist ein Teil der Rolle der FPÖ, dass sie dazu neigt, sich als Opfer darzustellen"
"neigt" ist zu untertrieben ... sie sind es nämlich. so richtige MOFs: Menschen ohne Freunde.

Rauscher, der Hundefreund
32
22.5.2010, 19:23
Lösungen anbieten? Die Herrschaften sind ja

....Intelligenzallergiker, das wird nicht klappen.

die naive
34
23.5.2010, 12:37

Meinen Sie denn, dass die Roten - auch in Wien - intelligente Lösungen anbieten? Nur, weil sie viel Geld verschwenden?

Rauscher, der Hundefreund
43
24.5.2010, 01:29
Ihr Nick besteht zu recht

Was das Geldverschwenden betrifft: soviel können die Roten gar nicht verschwenden, wie durch die Freunderlwirtschaft eines Gorbach, Grasser, und Konsorten an Steuergeld verschleudert wurde. Na, und im Vergleich zu den nicht vorhandenen Lösungsansätzen der Intelligenzallergiker sind die Roten mit ihren Ideen fast Weltmeister.

Marlon62
21
22.5.2010, 15:23
"'Daham statt Islam' wird es nicht mehr geben"

Und wie bringt der HaTse das im Herbst am Viktor-Adler-Markt rüber? Mit 3 Freibier für alle, die 3 Finger in die Höhe strecken?

pater hirni
22
22.5.2010, 12:31
ganzwarm statt daham

mit wc strache, omas grottenberg und carl fut.

Gobi Todic
00
22.5.2010, 10:38
suboptimal
 
24
21.5.2010, 21:40
Weiß man schon, welche Pläne die FPÖ

für ihre österreichischen FPÖ-Parlamentarier hat, die sich selbst als deutsche Politiker bezeichnen? Erst am 28. März 2010 speichelte Werner Neubauer, FPÖ, Abgeordneter im österreichischen Nationalrat, in Deutschland: "Liebe deutsche Landsleute, ich darf das sagen, weil ich Deutscher bin ... "
und das Sahnehäubchen: "... dann ist es mir anders gegangen als _anderen_ deutschen Politikern ..."

Anti-Minarett-Konferenz von pro NRW; es spricht Werner Neubauer, FPÖ
http://www.youtube.com/watch?v=G... re=related

Kann man solche Typen net einfach nach Deutschland repatriieren?

I. O.
01
22.5.2010, 08:49
Er redete zu den Zuwanderer!

Die größte Zuwanderer- Gruppe sind die Deutschen ;-)

Dans Hichand
10
21.5.2010, 20:23

Man macht sich wohl bereit für die nächste Schwarz - Blau Koalition..

vogel von der walterweide
00
21.5.2010, 19:15
Die FPÖ macht aber schon seit Jahren Schlagzeilen mit Positivmeldungen:

http://www.google.at/#hl=de&q=... 35b7be283f

Bernhard Lassy
 
10
21.5.2010, 17:49
jetzt sind sie "raffinierter"

http://www.hcstrache.at/downloads... 09_low.pdf

Auf Seite 3 unterstellt Strache dass in einem Jugendclub abartige Sexualpraktiken gelehrt werden. Rein zufällig geschieht dort Integrationsarbeit und man darf 3x raten auf wen Strache mit dieses Lügen losgeht.

Er beklagt sich in dem Artikel darüber dass Integrationsarbeit geleistet wird - er weiß einfach nicht was er will.

Grünes Terrorregime
00
21.5.2010, 19:36
Praktiken dieser dritten Dimension ?

http://www.tube8.com/gay/black... ck/242192/

life is too short for soft porn
00
21.5.2010, 17:32
fleissig, ehrlich, anständig, supersauber

fräulein potmesil
00
21.5.2010, 16:59

DREI STANDBEINE
1. freiheit, was die staatliche überwachung und reglementierung betrifft. also lieber private überwachung, z.b. private polizei und auch viel freiheit für das private kapital, den sowas muss sich ja auch wer leisten können
2. national: Ja irgendwer muss ja herhalten, wenn es Probleme gibt, und die gibts ja bekanntlich immer.
3. und sozial aha ... ja.
Wenn sie glauben, Herr Hofer, die FPÖ vom braunen Gedankengut rein waschen zu können, hab ich schon wieder eine neue Schublade für sie gefunden .. FASCHISTOID - und die farbe spielt überhaupt keine Rolle.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 484
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.