"Immigration kostet Niederlande Milliarden"

20. Mai 2010, 11:18
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Umstrittener Rechtspolitiker nennt Studie "schockierend"

Amsterdam - Die Einwanderung nichtwestlicher Ausländer kostet die Niederlande nach einer von dem Rechtspopulisten Geert Wilders veranlassten Studie jährlich 7,2 Milliarden Euro. Die Untersuchung des privaten Instituts für wirtschaftliche Studien Nyfer könne den Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 9. Juni beeinflussen, hieß es am Donnerstag in niederländischen Medienberichten.

Wilders nannte die Studie "schockierend". Sie zeige, wie richtig seine Forderung sei, "die Einwanderung von Menschen aus islamischen Ländern zu stoppen, andere Einwanderer- und Asylantenströme einzudämmen und neue Einwanderer für zehn Jahre von der Sozialhilfe auszuschließen". Wilders' Partei für die Freiheit (PVV) hat in jüngsten Umfragen schlechter abgeschnitten als vor einigen Wochen, könnte aber immer noch viertstärkste politische Kraft werden.

Die Immigrationsstudie geht von jährlich etwa 25.000 Immigranten und ebenso vielen Nachkommen aus nicht-westlichen Ländern aus. Diese Menschen würden überdurchschnittlich viel Arbeitslosen- oder Sozialhilfe bekommen, weniger Steuer zahlen und dem Staat höhere Kosten bei der Bekämpfung von Kriminalität verursachen.

Die meisten nicht-westlichen Immigranten in den Niederlanden kommen aus Marokko, der Türkei sowie aus ehemaligen niederländischen Kolonien in der Karibik. Knapp sechs Prozent der 16,5 Millionen Einwohner der Niederlande sind Muslime, wobei die meisten aus Marokko oder der Türkei abstammen.

Wilders gab die Studie bei Nyfer in Auftrag, nachdem sich die Regierung geweigert hatte, die aktuellen Kosten der Immigration durch das staatliche Statistikamt berechnen zu lassen. 2003 war diese Behörde bei einer ähnlichen Untersuchung auf jährliche Kosten von sechs Milliarden Euro gekommen. (APA)

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