Sima eröffnet eine Steckdose

20. Mai 2010, 08:54
98 Postings

E-Bike-Ladestation als Bekenntnis zur E-Mobilität - 5000 Euro kostet die Errichtung einer Ladestation

Wien - Nach zehn Minuten launigen Posierens für die Fotografen (Ulli Sima mit und ohne Summerstage-Wirt Ossi Schellman, Ulli Sima mit und ohne Alsergrunds SP-Bezirksvorsteherin Martina Malyar, Ulli Sima mit und ohne SP-Rathausklubchef Siegi Lindenmayr, Ulli Sima mit und ohne Hitparadensternchen Eva K. Anderson - dann alle zusammen, einzeln und in jeder sonstigen Kombination) war es Dienstagnachmittag am Ufer des Donaukanals endlich so weit: Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima (SP) erklärte eine Steckdose für eröffnet.

Sima ließ dabei anklingen, dass hier Neil Armstrongs Mondlandungssatz vom kleinen Schritt für den Einzelnen, der doch ein großer für die Menschheit sei, passen könnte. Wenn auch auf städtische Dimensionen heruntergebrochen.

Denn auch wenn ein in einer hüfthohen, orangen Säule hinter einem Türchen liegender Dreifachstecker keine Sensation sei, sei die hiermit hochoffiziell eröffnete erste Wiener "E-Bike-Ladestation" ein Meilenstein.

Steckdose bei der Summerstage

Denn mit der Steckdose bei der Summerstage will die Stadt ihr Bekenntnis zur Förderung von Fahrrädern mit Elektromotor unterstreichen. Symbolisch, wie Sima zugab: 220-Volt-Steckdosen gibt es in Wien schließlich doch einige - und bei Ladekosten von sieben Cent pro "Volltanken", werde sich kaum ein Wirt querlegen, wenn E-Bike-Besitzer auch den Durst eines Akkus stillen wollen.

5000 Euro für die Errichtung der Ladestation

Die 5000 Euro für die Errichtung der Ladestation (zehn weitere sollen heuer noch folgen) seien dennoch argumentierbar: "Das Interesse an den E-Bikes ist erfreulich groß. Auch die Infrastruktur wird entsprechend ausgebaut."

Prozente bei Kauf

Tatsächlich haben sich bereits mehr als 1300 Wienerinnen und Wiener um die von der Stadt ausgelobte E-Bike-Förderung beworben. Die Stadt schießt für Elektrofahrräder, E-Mopeds oder -Motorräder 30 Prozent des Kaufpreises zu - maximal jedoch 300 Euro. Dieses Angebot war ursprünglich auf 1000 Anträge beschränkt gewesen - obwohl der Handel seit langem davon spricht, dass im urbanen Raum inert fünf Jahren jedes dritte neugekaufte Fahrrad einen Elektrozusatzmotor haben wird. Mittlerweile hat Wien jedoch dem Bedarf entsprechend umdisponiert: Gefördert wird, wer ansucht.

Bei aller Freude über die hohe Nachfrage wollte Christian Ammer, Kommunikationschef von Wien Energie, eines aber nicht unerwähnt lassen: "Manche Leute sagen, sie wären auch sehr gerne elektromobil unterwegs, trauen sich aber nicht aufs Rad. Aber: U- und Straßenbahn sind ebenfalls ökologisch sinnvolle Formen der E-Mobilität." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe 20.5.2010)

  • Artikelbild
    foto: standard/matthias cremer
Share if you care.