Vienna Insurance Group steigert Gewinn

20. Mai 2010, 08:15
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Konzern trifft im Quartal Erwartungen der Analysten: Verrechnete Prämien steigen um acht Prozent

Wien - Der börsenotierte Versicherungskonzern Vienna Insurance Group (VIG) konnte im ersten Quartal 2010 die Prämieneinnahmen und das Konzernergebnis kräftig steigern und damit den Erwartungen der Analysten fast punktgenau entsprechen. Die Summe der verrechneten Prämien konnte um 7,9 Prozent auf 2,53 (1. Quartal 2009: 2,35) Mrd. Euro gesteigert werden, der Konzerngewinn verbesserte um 6,8 Prozent auf 101,2 (94,8) Mio. Euro.

Analysten hatten im Vorfeld mit einem Prämienzuwachs von 5,4 Prozent auf 2,47 Mrd. Euro gerechnet und einen Nettogewinn von 101,4 Mio. Euro erwartet.

Positive Prognose

Das Management erwartet für das Gesamtjahr einen Zuwachs beim Vorsteuergewinn von über zehn Prozent und bei den Prämien im einstelligen Prozentbereich, teilte der Versicherungskonzern am Donnerstag vor der Pressekonferenz ad hoc mit. In Mazedonien soll nun auch eine Lebensversicherung errichtet werden.

In den ersten drei Monaten konnte der Vorsteuergewinn um 10,4 Prozent auf 133,4 Mio. Euro gesteigert werden. Damit sei das beste Ergebnis eines ersten Quartals in der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet worden, heißt es.

Die abgegrenzten Prämien erhöhten sich um 13,8 Prozent auf 2,05 (1,80) Mrd. Euro. Die Combined Ratio (Schäden und Kosten im Verhältnis zu den Einnahmen) des Konzerns nach Rückversicherung und ohne Berücksichtigung von Anlageerträge lag bei 97,5 (96,4) Prozent. Das Finanzergebnis konnte um 30,3 Prozent auf 310,4 (238,15) Mio. Euro verbessert werden. Die Kapitalanlagen beliefen sich per 31. März auf 26,85 Mrd. Euro, ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber Jahresende 2009.

Generaldirektor mit Ergebnis zufrieden

Zufrieden mit den Quartalsergebnissen zeigte sich Generaldirektor Günter Geyer. Das "beste Quartalsergebnis" der Unternehmensgeschichte sei unter schwierigen Umfeldbedingungen erzielt worden. In Osteuropa seien "deutliche weitere Schritte erreicht worden". Zur deutschen Allianz-Gruppe - sie hatte jüngst angekündigt, Marktanteile in Osteuropa dazugewinnen zu wollen, was Geyer als "freundliche Kriegserklärung" interpretiert - bestehe ein "gutes Abstandsverhältnis".

Geyer bekräftigte die bisherige Prognose, wonach für das Gesamtjahr ein Plus beim Vorsteuerergebnis (EGT) von über 10 Prozent erwartet werde. Sorge würden ihm aber mögliche soziale Spannungen in europäischen Ländern bereiten, die angesichts der von den Regierungen aufgelegten Sparprogramme entstehen könnten - wie etwa in Rumänien, wo die Gehälter der Beamten um ein Viertel gekürzt werden sollen. Besondere Risiken im Veranlagungsbereich gebe es dagegen nicht.

Mit dem geplanten Markteintritt in Mazedonien komme das 24. Land zur Gruppe. Die Gründung einer Lebensversicherungsgesellschaft erfolge in Kooperation mit der Erste Group. In fünf bis sechs Jahren sollte die neue Gesellschaft Gewinne schreiben.

Aufsichtsrat genehmigt neue Konzernstruktur

Die Neustrukturierung der VIG wird unterdessen immer konkreter. Vor wenigen Tagen hat nun auch der Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns der geplanten Neuorganisation zugestimmt, sagte VIG-Chef Günter Geyer am Donnerstag in Wien vor Journalisten. Die neue Organisationsstruktur soll Ende Juni von der Hauptversammlung rückwirkend per Jahresbeginn 2010 beschlossen werden. Der Aufsichtsrat habe der Neuorganisation "einhellig" zugestimmt, so Geyer.

An der Spitze der gesellschaftsrechtlichen Neuordnung des Versicherungskonzerns wird die dann börsenotierte "Vienna Insurance Group AG Wiener Städtische Versicherung Gruppe" stehen. Sie wird die Konzernmuttergesellschaft für alle in- und ausländischen Versicherungsgesellschaften - Sachversicherer und Rückversicher - sein.

Die bisherige Leitgesellschaft, die Wiener Städtische Versicherung, wird als größte Einzelgesellschaft des Konzerns in Österreich das operative Geschäft in allen Bereichen fortführen. Der Vorstand werde aus vier Personen bestehen, sagte Geyer heute, davon werden zwei Frauen sein. (APA)

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