BP will Leck bis Sonntag schließen

19. Mai 2010, 22:40
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Obamas Anlauf für höheren Schadenersatz gescheitert

Washington - BP will das für die Ölpest im Golf vonMexiko verantwortliche Ölleck am Wochenende komplett schließen. Das Unternehmen werde am Samstag oder Sonntag versuchen, schweren Schlamm in die seit vier Wochen sprudelnde Quelle in der Tiefe des Meeres zu pumpen, berichteten US-Medien am Mittwoch. Dabei sollen mehr als 6000 Liter pro Minute in die Öffnungen eines Ventilsystems gepresst werden, das über dem Hauptbohrloch installiert ist. Danach könne das Loch mit Zement abgedichtet werden.

An der US-Küste wächst dennoch die Angst vor der Verschmutzung. Die US-Behörde für Ozeanographie sieht auch Florida gefährdet. Die Besatzung der internationalen Raumstation ISS sah den Ölteppich vom All aus und bezeichnete den Anblick als "sehr erschreckend" .

Unterdessen scheiterte die US-Regierung mit ihrem Versuch, die Ölindustrie per Gesetz für Schäden stärker zur Kasse zu bitten. Bisher liegt die gesetzliche Obergrenze für Schadenersatz bei 75 Millionen Dollar (rund 61 Millionen Euro). Experten rechnen aber mit einem Milliardenschaden durch die Ölpest. Die US-Regierung hat vorgeschlagen, die Obergrenze auf zehn Milliarden Dollar zu erhöhen. Doch die oppositionellen Republikaner blockierten die Gesetzesvorlage am Dienstag im Kongress. Es war schon das zweite Mal, dass sie Nein dazu sagten. US-Präsident Barack Obama zeigte sich enttäuscht.

Weitere Plattform im Visier

Die Regierung prüft unterdessen auch mögliche Sicherheitsprobleme auf einer weiteren Ölförderplattform ("Atlantis" ) des Konzerns BP. Innenminister Ken Salazar räumte auch Mitverantwortung seines Ministeriums und der ihm unterstellten Abteilung für die Ausbeutung der Bodenschätze ein. "In diesem Haus muss saubergemacht werden", sagte Salazar. (dpa, Reuters/DER STANDARD-Printausgabe, 20.5.2010)

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