Leopold Museum präsentierte Aquarell-Wettbewerbs-Sieger

19. Mai 2010, 20:11
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Fünf Arbeiten wurden prämiert, 70 ausgestellt - Kritiker an Restitutionspolitik ohne Chance

Wien - Gerhard Mangold, Christine Stigma, Gustav Just, John Owen und Thom Trauner heißen die Gewinner des Aquarell-Wettbewerbs des Wiener Leopold Museums, die ein Ankaufs-Angebot für die Sammlung Leopold erhalten. Neben den Gewinnern wurden bei der Vernissage am Mittwoch rund 70 weitere Werke präsentiert, die aus 1.500 Bewerbs-Einreichungen ausgewählt wurden.

Bei der Ausstellung nicht zu sehen sind Arbeiten aus einer Gruppe von Einreichungen rund um den Künstler Ayre Wachsmuth, die als Kritik an der Restitutionspolitik des Museums entstanden sind. Die 26 Arbeiten, die teils bereits mit Künstlernamen wie "Wally Import" und Werktiteln wie "Restitution", "Jenny Steiner" oder "Free Wally (Now)" sowie mit einem Begleitschreiben ihrem Anliegen Ausdruck verliehen, wurden nicht für die Schau ausgewählt. "Es waren Künstler mit ernsthafter Qualität dabei", kommentierte Wachsmuth, "und nicht alle waren im Bild selbst kritisch", sondern hätten sich nur dem Schreiben angeschlossen: "Aber wir wurden pauschal als Feindseligkeit gegen Herrn Leopold ausgegrenzt."

Im Leopold Museum bestätigt man, dass die Arbeiten "obwohl sie zum Teil formal in Ordnung" waren, als "aggressive Kunst gegen das Museum und gegen Professor Leopold" nicht ausgewählt wurden. "Wir haben nicht die Augen verschlossen, die Jury hat sich alle Einreichungen angesehen", so Sprecher Klaus Pokorny: "Aber wenn hier zum Teil untergriffig gearbeitet wird, warum sollen wir das prämieren?" Den betreffenden Künstlern gehe es offenbar "nicht darum, Brücken zu schlagen, sondern man will uns nur desavouieren." Wachsmuth, der die Aktion auch über Facebook verbreitete, will sich nun in einem offenen Brief an Rudolf Leopold wenden.

Laut Leopold Museum wurden Kreativität, Originalität und Individualität der Einreichungen bewertet. Gerhard Mangold (geb. 1952 in Bregenz, wohnhaft in Hörbranz) setzte sich mit einem "Canale Grande" durch, Christine Stigma (geb. 1963 in Salzburg, als freischaffende Künstlerin in Wien tätig) mit "Ich bin Stigma". Von Gustav Just (geb. 1939 in Wien, wo er lebt) wurde "Lovely Vienna" ausgewählt, von dem seit 1974 im oberösterreichischen Bad Leonfelden wohnenden John Owen (geb. 1947 in Yorkshire) schaffte es "Mittelmeer Licht". Ebenfalls unter die besten Fünf kam "the pursuit of happiness 3" von Thom Trauner (Geb. 1964 in Wels, seit 1999 in Scharnstein lebend). (APA)

 

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