Frankfurt: EZB-Grundsteinlegung

19. Mai 2010, 17:37
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Bankenzentrale von Coop Himmelbau soll bis 2014 fertig sein

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Mittwoch in Frankfurt den Grundstein für den Bau ihrer neuen Zentrale gelegt. Bis 2014 will die EZB im Frankfurter Ostend direkt am Main einen spektakulären Doppelturm von knapp 200 Metern Höhe errichten.

Der von dem Wiener Architektenbüro Coop-Himmelb(l)au entworfene Bankenturm wird zwei Jahre später fertig werden als geplant. Die Zentralbanker hatten das Projekt 2008 auf Eis gelegt, da kein Generalunternehmer gefunden wurde, der das Gebäude für die vorgesehenen Kosten von 500 Mio. Euro bauen wollte.

Nach separaten Ausschreibungen für zwölf Teilabschnitte ist die Zentralbank jedoch optimistisch, dass die reinen Baukosten von 500 Mio. Euro - gerechnet zu Preisen von 2005 - eingehalten werden. Die Euro-Banker haben dabei vor allem von den in der Finanzkrise gefallenen Rohstoffpreisen profitiert.

Für Wolf D. Prix habe laut einer  Pressemeldung zur Feier "Architektur nicht nur die Aufgabe, Hülle von Funktionen zu sein, sondern sie muss auch durch ihre Ästhetik ermöglichen, dreidimensionale Querbezüge in der Kultur unserer globalisierten Gesellschaft herzustellen, ohne ihren Standort zu verleugnen. Diese Gleichzeitigkeit wird sich in der Dialektik von Alt und Neu - der sorgsam renovierten Großmarkthalle und dem neuen Turmensemble - widerspiegeln."

Das Atrium zwischen den Bürotürmen nennen die Architekten eine "vertikale Stadt". Durch Plattformen sollen zwischen den Türmen Räume, Plätze und Verkehrsverbindungen, wie sie auch in einer Stadt vorkommen, geschaffen werden. Das vorhandene Potenzial der Großmarkthalle als ein "urbanes Foyer" mit Konferenz- und Besucherzentrum, Bibliothek und Restaurant soll durch einen in die Struktur der Halle eingesetzten Baukörper für das Pressezentrum verstärkt werden.

Derzeit sind die rund 1.400 Beschäftigten der Zentralbank auf mehrere Gebäude im Frankfurter Bankenviertel verteilt. Rund 400 Firmen aus ganz Europa hatten sich an der Ausschreibung für die ersten acht Teilabschnitte beteiligt.

Die Gesamtkosten des Baus, der die denkmalgeschützte frühere Großmarkthalle integriert, werden nun auf mindestens 850 Mio. Euro geschätzt. "Mit der heutigen Feier beginnt ein neues Kapitel - aus Planung wird Realität", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in der Mitteilung.(APA)

 

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