"Mentoring darf nicht in Coaching ausarten"

26. Mai 2010, 09:04
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Mentor Russell Perry über das "gegenseitige Vertrauen" im Rahmen des DER STANDARD Mentoring Circle

derStandard.at: Sie sind CEO der Personensuchplattform 123people und relativ jung. Was motiviert Sie als ehrenamtlicher Mentor im Rahmen des Mentoring Circle tätig zu sein?

Perry: Ich hatte selber seit meiner Teenage- und Collegezeit immer einen Mentor um schulische und berufliche Themen zu besprechen. Teilweise fand ich natürlich, dass die Erfahrung der Mentoren sehr wenig mit meinen Herausforderungen zu tun hatte, ein bisschen aus Trotz denke ich, aber ich habe meist meinen eigenen Weg eingeschlagen. Im Nachhinein gebe ich zu, dass mich der Input sehr wohl auch geformt hat und mich erst für die "Real World" vorbereitet hat.

Als ich die ersten Werkstudenten 1999 bei One (jetzt Orange) angestellt habe, fand ich es sehr bereichernd beim Onboarding Prozess nicht nur inhaltlich sondern auch in einer, damals noch eingeschränkten Form, den jungen Mitarbeitern dabei behilflich zu sein, ihren Weg zu definieren und in erster Linie zu finden. Ich habe damit auch die Chance genutzt ein wenig von dem weiterzugeben, was ich von meinen Mentoren gelernt habe.

derStandard.at: Was macht einen guten Mentor aus?

Perry: Ich denke ein guter Mentor ist eine Person, die ihre Erfahrung ohne Einschränkung weitergibt und so weit wie möglich nicht als Coach versucht den Mentee zu formen sondern nur das Regelwerk von Beruf, Familie und speziell die Selbstdefinition des Mentees festlegt.

derStandard.at: Was ist ein guter Mentee?

Perry: Ein guter Mentee ist eine Person, die offen für Input und Erfahrungen von anderen ist, sich jedoch aus diesem Sammelsurium an Informationen den weiteren Weg selber definiert. Ich denke man ist auch nie zu jung oder auch nicht zu alt ein Mentee zu sein.

derStandard.at: Wie kann die Beziehung Mentor-Mentee gelingen und erfolgreich sein?

Perry: Das wichtigste auch in dieser Beziehung ist das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Erarbeiten des Regelwerks.

derStandard.at: Gibt es Ihrer Meinung nach im deutsch-sprachigen Raum zu wenig Mentoring?

Perry: Nein, ich denke es gibt nicht zu wenig Mentoring, ich denke nur, dass Mentoring falsch verstanden wird und in ein Coaching ausartet. Coaching ist meiner Ansicht nach ein Formen von oben herab, das Mentoring ist eher eine Begleitung Seite an Seite. (mat, derStandard.at, 26.5.2010)

Gesucht: Mentees für 2010/2011

DER STANDARD Mentoring Circle, von Gabriele Hahn in enger Zusammenarbeit mit dem STANDARD konzipiert, startet im November 2010 mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in sein fünftes Jahr. Die Vorauswahl beginnt im Juli 2010.
Daher suchen wir interessierte Mentees, die sich mit ihrer Mentorin oder ihrem Mentor - alle Führungskräfte aus dem mittleren oder oberen Management in nationalen und internationalen Unternehmen oder Unternehmerinnen und Unternehmer - für die Dauer eines Jahres zu Führungs- und Managementthemen austauschen möchten.

Unterstützt wird DER STANDARD Mentoring Circle von zahlreichen langjährigen und neuen Partnerunternehmen und ehrenamtlich tätigen Mentorinnen und Mentoren. Gesuchte Zielgruppe: Mentees: Führungskräfte aus dem unteren oder mittleren Management oder angehende Führungskräfte sowie Unternehmensgründerinnen und -gründer.

Dauer: November 2010 - Oktober 2011
Bewerbungsschluss: 30. 6. 2010 (unter Berücksichtigung der Reihenfolge der Bewerbungseingänge)
Kostenbeitrag: EUR 590,-- p.a., inkl. MWST
Bewerbungsmodalitäten: bitte mit CV inkl. Foto und Motivationsschreiben an office@mmde.at

Link

Alle Details unter: www.mmde.at

  • Zur Person
Russell Perry hat amerikanische Wurzeln und ist seit drei Jahren Mentor im DER STANDARD Mentoring Circle. Im Mentoring Circle 2010/2011 mit Start im November, ist er als CEO der Personensuchplattform 123people wieder ehrenamtlich als Mentor dabei.
    foto: ingo folie

    Zur Person

    Russell Perry hat amerikanische Wurzeln und ist seit drei Jahren Mentor im DER STANDARD Mentoring Circle. Im Mentoring Circle 2010/2011 mit Start im November, ist er als CEO der Personensuchplattform 123people wieder ehrenamtlich als Mentor dabei.

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