Österreichs Bevölkerung wächst - Trotz Geburtenrückgang

19. Mai 2010, 11:20
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    Deutschland ist das wichtigste Herkunftsland für Migration nach Österreich geworden

Deutsche sind größte Ausländergruppe - Kein Wachstum in Kärnten - Erstmals gibt es mehr als 1.000 Hundertjährige - Stärkster Geburtenrückgang in Salzburg

Wien - Weniger Kinder, aber mehr Alte und Zuwanderer - diese Kombination brachte Österreich ein  Bevölkerungswachstum von 20.000 Personen (plus 0,2 Prozent) auf 8,375 Millionen zum Stichtag 1. Jänner 2010. Die deutschen Zuwanderer stellen mit 138.225 Personen erstmals die größte Ausländergruppe in Österreich dar, geht aus aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Wachstum nur halb so hoch wie 2009

Das Plus fiel allerdings nur mehr halb so hoch aus wie im Jahr zuvor (36.668 Personen). Verantwortlich dafür waren laut Statistik Austria ein deutlicher Rückgang des Wanderungssaldos und eine negative Geburtenbilanz.

Kein Wachstum in Kärnten

Das stärkste Wachstum wurde im Vorjahr vor allem durch Zuwanderung in Wien (plus 0,7 Prozent) erzielt. Kärnten war hingegen das einzige Bundesland mit einer rückläufigen Entwicklung (minus 0,2 Prozent). Verantwortlich dafür waren sowohl eine negative Geburtenbilanz als auch ein Abwanderungsüberschuss in andere Bundesländer.

Mehr als 1.000 Hundertjährige

Erstmals gibt es mehr als 1.000 Hundertjährige und noch Ältere. Während es in Österreich nur 1,245.000 (14,9 Prozent) Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gibt, sind 5,654.500 (67,5 Prozent) Menschen im Erwerbsalter zwischen 15 und 64 Jahren. 17,6 Prozent der Bevölkerung (1,476.000) zählen 65 oder mehr Lenze. Das Durchschnittsalter liegt bei 41,5 Jahren - das sind rund zwei Jahre mehr als noch vor zehn Jahren.

Zahl der Neugeborenen sank  um 1,8 Prozent

Die Zahl der Neugeborenen sank im Vorjahr um 1,8 Prozent bzw. um 1.408 auf 76.344. Gleichzeitig erhöhte sich laut Statistik Austria die Zahl der Sterbefälle um 3,1 Prozent auf 77.381. Erstmals seit 2003 fiel damit die Geburtenbilanz negativ aus.

Stärkster Geburtenrückgang in Salzburg

In allen Bundesländern wurden Rückgänge bei den Geburten verzeichnet: Überdurchschnittlich fielen sie u.a. in Salzburg (minus 4,0 Prozent), im Burgenland (minus 3,7 Prozent) und in Kärnten (minus 3,3 Prozent) aus. Steiermark und Vorarlberg verzeichneten mit je minus 0,7 Prozent noch die besten Zahlen. Frauen bekamen ihre Kinder im Durchschnitt mit genau 30,0 Jahren, beim ersten Kind betrug das Durchschnittsalter 28,2 Jahre.

Wieder mehr Hochzeiten

Die Unehelichenquote stieg von 38,8 auf 39,3 Prozent und war traditionell in Kärnten (53,2) und der Steiermark (47,7) am höchsten. Hingegen wird wieder mehr geheiratet: 35.469 Hochzeiten bedeuten 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Deutsche sind größte Ausländergruppe

Deutschland ist das wichtigste Herkunftsland für Migration nach Österreich geworden. 2009 stellten die Deutschen mit 138.225 Personen erstmals die größte Ausländergruppe in Österreich, das geht aus den aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor.

Insgesamt lebten mit 1. Jänner 2010 895.144 Personen nicht österreichischer Staatsangehörigkeit im Land, was zehn Prozent der Bevölkerung entspricht. Die Deutschen waren im Vorjahr zum ersten Mal am stärksten vertreten, noch vor Bürgern aus Serbien, Montenegro oder dem Kosovo.

Dass Deutschland zum stärksten Quellland wird, ist ein Trend, den die Demografen bereits seit einigen Jahren beobachten. Nicht zuletzt aufgrund der restriktiveren rechtlichen Rahmenbedingungen für Angehörige von Drittstaaten "beobachten wir eine Verschiebung von klassischen Gastarbeiten hin zu Bürgen aus den EU-Staaten und allen voran Deutschland". EU-Bürger genießen in den Mitgliedsstaaten  Niederlassungsfreiheit.

Zusammengezählt sind Bürger der Nachfolgestaaten Jugoslawiens (ohne Slowenien, das ja EU-Mitglied ist) freilich nach wie vor eine starke Gruppe (292.026 Personen in Österreich mit dem Stichtag). Türkische Staatsbürger wurden mit 1. 1. 2010 genau 112.150 gezählt.

Mehr Auswanderer

Insgesamt sind 2009 weniger Menschen nach Österreich gezogen als im Jahr zuvor, zugleich haben erheblich mehr das Land verlassen. Damit hat sich der sogenannte Zuwanderungssaldo, also die Summe der Zuzüge minus der Wegzüge, gegenüber 2008 deutlich verringert.

Wanderungsbewegungen im Detail

2009 wanderten 107.785 Personen nach Österreich zu, 87.189 Personen verließen das Land. Der Saldo betrug folglich plus 20.596 Personen, was gegenüber 2008 (34.436) einen Rückgang um fast 40 Prozent darstellt. Rund die Hälfte der Zuwanderer (53.725) sind EU-Bürger, allein 17.566 kamen aus Deutschland. Aus Nicht-EU-Staaten zählte die Statistik Austria 38.093 Zuwanderer. Und schließlich kamen auch Österreicher zurück in ihr Land, insgesamt 15.967. Demgegenüber standen 21.067 Österreicher, die auswanderten, 66.122 Nichtösterreicher, die das Land verließen und 28.744 Drittstaatsangehörige, die Österreich den Rücken kehrten.

Zuwanderung auf Wien konzentriert

Die Zuwanderung nach Österreich konzentrierte sich auch im Vorjahr wieder auf Wien. Knapp zwei Fünftel bzw. 42 Prozent entfielen auf die Bundeshauptstadt. Wien verzeichnete 2009 einen Zuwanderungssaldo von 8.674 Personen mit Migrationshintergrund, das waren um 4.588 Personen weniger als 2008. Der Zuwanderungssaldo ergibt sich aus der Summe der Zuzüge minus Wegzüge.

Auf den Plätzen hinter Wien folgen Oberösterreich (Saldo: 2.612 Personen), Niederösterreich (2.310) und die Steiermark (2.216), wobei auch hier Rückgänge im Vergleich zu 2008 zu verzeichnen sind. Danach kommen Tirol (1.615), Kärnten (998), das Burgenland (995) und Salzburg (830). Am geringsten fiel die Zuwanderung in Vorarlberg aus, 346 Personen wurden hier registriert. (APA)

Kommentar posten
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Widerleger
 
00
20.5.2010, 21:55
Wieviele Deutsche...

...studieren momentan in Österreich? Laut einer Pressemitteilung der Destatis vom 29. Oktober vergangenen Jahres waren es 2007 (die aktuellsten Zahlen, leider) nicht einmal 15.000 (16,4% von 90.000 im Ausland studierenden Deutschen). Die meisten studierten/studieren demnach in den Niederlanden. Auf dem dritten Platz folgt das vereinigte Königreich. Und nun kommt der Hammer: in Deutschland studieren laut Verband der Universitäten Deutschlands gut dreimal so viele Ösis wie Piefkes in Ösiland. Wie man vom auswärtigen Amt auf telefonische Anfrage erfährt, ist der Run auf Österreich seither nicht wirklich größer geworden.

Demjenigen dem das nicht paßt: wir können ja gerne mal einen Austausch vornehmen. Dann laufen die Unis hier richtig über.

grandseigneur
00
20.5.2010, 22:35
Falsche Zahlen

Da bist du falsch informiert bzw. hast du's falsch verstanden. Es studieren ca. 7000 Ösis in DE. Deine Zahlen sind prozentuell gesehen wohl in etwa richtig und nicht absolut. D.h. es studieren schon mehr als doppelt so viele Deutsche in AT wie umgekehrt, auf die Einwohnerzahl gesehen studieren aber prozentuell deutlich mehr Ösis in DE.

vheissu
01
21.5.2010, 13:41

Am sinnvollsten scheint mir wohl, die Studierendenzahlen in Relation zu den verfügbaren Studienplätzen zu stellen, und da stellt der Ansturm der Deutschen, zumal auf wenige Fächer wie Medizin od. Psychologie konzentriert, die österreichischen Kapazitäten vor deutlich größere Probleme, als die Österreicher das deutsche Unisystem...

Paul87
01
20.5.2010, 10:28
Ewige Vorurteile

Das Problem in Österreich ist das die meisten Poster sowie ein Teil der Bevölkerung über die Deutschen (???) über Generationen seine Vorurteile pflegt und nicht überprüft ob diese so noch bestehen bzw, gültig sind. Das Deutschland ein ungeheuer vielfältiges Land in jeder Beziehung ist dürfte sich auch schon in Österreich herumgesprochen haben.
Diese einseitigen Vorurteile sich um die Ohren zu hauen bringt doch nichts.
Viele in Österreich haben ein sehr großes Halbwissen über Deutschland und da kann sich jeder dann aussuchen was er/sie dazu hören bzw. lesen möchte was diese Meinung verstärkt.
Und dann wundert sich der Österreicher mit seinen vielen Vorurteilen wenn er nach Deutschland kommt was er hier alles zu sehen und hören bekommt.

Paul87
00
20.5.2010, 10:15
Deutschland-Österreich die ewige Geschichte

Ich lebe und arbeite seit 42 Jahren als Östrreicher in München wie auch noch 27 000 andere Österreicher hier und ich möchte ausdrücklich betonen das ich mich hier immer sehr wohlgefühlt habe und weiterhin wohlfühle.Auch in München gibt es sehr viele Norddeutsche (Preissn, Piefke) die sich hier verschiedenartg integrieren, viele die länger hier sind versuchen sich auch an die hier gesprochene bayrische Sprache anzupassen und etwas ruhiger und leiser in den tönen zu werden.
Aber das regt hier keinen auf und führt nicht zu so einem Aufstand wie in Österreich und speziell in Wien.
Hier kann jeder nach seiner eigenen Art glücklich werden. Es ist ganz normal das man als zugezogener von einem anderem Deutschen Gebiet andere Ausdrücke mitbringt.

Rainer Gschaftler
 
10
20.5.2010, 10:13
der knackpunkt zw. d und ö

gemeinsame Sprache trennt statt verbindet, weil sich so ständig und einfach die Unterschiede aufzeigen lassen.
mein derzeitiges highlight: mein arbeitskollege aus frankfurt sagt zur extrawurstsemmel 'mortadella-brötchen'

anders and
 
02
20.5.2010, 13:06
nachdem es keine allgemein deutschen Dialekt gibt

und auch keinen allgemein österreichischen Dialekt laufen die Grenzen der Sprachprobleme im deutschen Sprachraum kreuz und quer.
Nach Ihrer Knackpunkttheorie müsste ein Schärdinger einen Regensburger schlechter verstehen als einen Südsteirer oder einen Montafoner. Eine wirklich sehr aparte Theorie!

Quintus Beckloeffel
03
20.5.2010, 13:30

Stimmt. Die Hauptunterscheidungslinien im Kontinuum des deutschen Sprachraumes verlaufen ganz anders als die Staatsgrenze zwischen Österreich und Deutschland. Aber speziell der Wiener neigt dazu, sein lokales Idiom für gesamt"österreichisch" zu halten und im Gegenzug alles, was sich sprachlich jenseits der Staatsgrenze abspielt als nur marginale Variationen einer seiner fantasierten "Piefkesprache".

Tatsache ist aber nun mal, dass (grob gesprochen)der Westen Österreichs sprachlich viel mehr Gemeinsamkeit mit den angrenzenden Regionen des "Auslandes" aufweist, als mit dem Osten des eigenen Landes.

Der Wiener versteht keinen Bregenzerwälder. Aber der Allgäuer kann dolmetschen.

Embracer
00
20.5.2010, 10:05
Wenn diese Angaben stimmen, dann machen 1754 den ganzen Wirbel aus?

a grünes stricherl
 
00
20.5.2010, 09:29
die currywurstler .. eine gefährliche parallelgesellschaft!

anders and
 
00
20.5.2010, 13:07

wo bekommt man in Wien Currywurst???

Kaiser Borax
00
20.5.2010, 14:38

Mittlerweile bei jedem Hofer.

invodaseibua
16
20.5.2010, 09:14
ka wunder

bei sovielen fahnenflüchtigen an der gebärfront, die sich lieber um ihre depperte karriere in irgendeinem winzigen werbe- design- creative- keyaccount vice president medien schaaß büro kümmern, und nachts in ihrem winzigen appartement vom starken strahlenden und ölig-glänzenden halb macho halb gentlemen prinzen auf einem gebürsteten weißen pferd träumen, der sie mit seinen starken armen und (enthaarter) brust vor den traualtar trägt.
im fernsehen läuft rosamunde pilcher oder eine depperte deutsch-schwedische schnulzenromanze.

Mirstetta Toni
00
21.5.2010, 13:18

die meisten fahren einen 1er bmw oder audi a3. da schauen sie gelangweilt hinter der monströsen guccibrille auf das iphone und tippen ungeduldig aufs lenkrad.

Sackerl statt Flaggerl fürs Gackerl
01
20.5.2010, 18:08
;)

Handlung dieser Filme:
Urbane Karrierefrau verschlägt es aufs Land und trifft dort herben aber gebildeten und feinsinnigen naturburschen.
Sie muss sich meist zwischen einem urbanen Schnösel und dem edlen Wilden entscheiden ... schmeißt alles hin, zieht aufs Land und gebährt auf das Fröhlichste.
Und wenn sie nicht gestorben sind leben sie heute noch.

irrelevant uninteressant
00
20.5.2010, 15:07
Köstlich!!!!

Wer kennt sie nicht, solche Tussis......
Ich glaub, ich hab auch so eine rumsitzen....

Naschgul
11
20.5.2010, 11:17

Jessas, wie kann man nur mit derart vielen Vorurteilen und Klischees behaftet durchs Leben gehen...

Mathias
 
00
20.5.2010, 08:37
Asiaten

So viele? Also in Vorarlberg sind die sehr selten zu sehen (würden aber sehr gut dazu beitragen, dass das Ländle "bunter" würde ;-) Der Großteil muß wohl in den Großstädten leben.

Jedenfalls ist die Zuwanderung seit Jahrhunderten gelebte K&K-Tradition ;-)

ordy
00
20.5.2010, 13:19

Ebenso wie die Staatsverschuldung und die Bürokratie.

w.p. r
01
20.5.2010, 10:01

wobei es mit den zuwanderern aus tschechien, slowakei, ungarn, polen, slowenien, kroatien, ... weder damals noch heute sonderlich probleme gab und gibt.

;)

Wurzelloser Kosmopolit
00
20.5.2010, 07:56
Den grössten Teil meines Lebens verbrachte im Grenzgebiet, trotz Umzüge in verschiedene BL nie weiter als 5 km von der Grenze entfernt.


Ösis haben immer schon sehr zahlreich seit Generationen in D gearbeitet. Vom Müllkutscher bis zum Arzt. Ein prominentes Beispiel ist unsere Frau EU-Kommissarin.
Deutsche als Arbeitnehmer waren im Vergleich kaum in Oö, Salzburg, oder Tirol zu finden.
Ihre markante Mundart haben die ösis übrigens auch nie angepasst, wohl weil sie glaubten, genau wie die Piefke heute, es unterschiede sich nicht vom dortigen bayerisch.
Die Zeitungen, das Ministerium, die Einheimischen und die ösi-Zuwanderer, bzw. Pendler haben es allerdings nie für notwendig befunden, dies zu thematisieren.
Es war einfach so.

Simon Petrus III.
10
20.5.2010, 05:51
Ganz meine Meinung!

Simon Petrus II.
53
20.5.2010, 05:36
Die Deutschen stellen doch in Österreich ohnehin schon seit Jahrhunderten die Bevölkerungsmehrheit!

Simon Petrus
43
20.5.2010, 05:01
Die Deutschen stellen doch in Österreich ohnehin die Bevölkerungsmehrheit!

yokozuna
00
20.5.2010, 04:41
Die Ossis sind überall

Night on Earth:
http://www.youtube.com/watch?v=o... re=related

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