Firefox-Gründer sieht Mozilla in der Krise

19. Mai 2010, 00:51
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Blake Ross zweifelt an weiterem Erfolg des von ihm initiierten Browsers - Mozilla sei zu vorsichtig und passiv geworden

Quora versteht sich als Sammlung von Fragen und Antworten aller Art - und zwar eine die derzeit durchaus qualifizierte Personen anzieht, wie ein von Techcrunch aufgespürter Austausch verdeutlicht.

Antworten

So wirft einer der Einträge bei Quora die Frage auf, ob Firefox in 3-5 Jahren noch immer einen zweistelligen Marktanteil haben werde - aktuell ist man mit den von Netapplications veranschlagten rund 25 Prozent weltweit ja in dieser Hinsicht eigentlich ganz gut abgesichert. Ausgerechnet Firefox-Gründer Blake Ross meldet in Folge aber deutliche Zweifel am weiteren Erfolg des Open-Source-Browsers an - und übt dabei gleich auch Kritik am aktuellen Zustand des Mozilla-Projekts.

Skepsis

Was das Erreichen des in der Frage formulierten Ziels betreffe, sei er ziemlich skeptisch, so der mittlerweile bei Facebook beschäftigte Entwickler. Mozilla sei nach und nach zu seinen alten Fehlern zurückgekehrt, man sei zu vorsichtig, zu passiv und Konsens-getrieben geworden, als dass man wirklich noch fähig sei große Durchbrüche flott umzusetzen.

Entgegnung

Eine Position, die Mozilla-CEO John Lilly so nicht stehen lassen will und in einem Folge-Kommentar auf die aktuellen Ambitionen rund um Firefox 4.0 verweist. Man habe mittlerweile rund 400 Millionen NutzerInnen - eine Zahl, die man zudem immer weiter vergrößere. Auch setze man große Hoffnungen auf neue Plattformen, vor allem im mobilen Bereich und hier im speziellen auf Android.

Anteilig

In den letzten Monaten hatte Firefox nach Jahren des kontinuierlichen Aufstiegs erstmals Einbußen bei den Marktanteilen hinnehmen müssen. Vor allem der rasche Aufstieg von Google Chrome hatte dem Mozilla-Browser zu schaffen gemacht, auch wenn sich die hier konkret erlittenen Verluste derzeit noch in äußerst engen Grenzen halten. Global ist es weiterhin vor allem der Internet Explorer, der Marktanteile abgeben muss - nun eben vor allem an Chrome und nicht mehr an Firefox. (apo, derStandard.at, 19.05.10)

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    Einst mit dem Firefox auf dem Cover des Magazin Wired, jetzt mit Kritik an Mozilla: Blake Ross.

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