Moskau stimmt Sanktionen zu

18. Mai 2010, 22:31
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Russland war bisher gegenüber neuen Sanktionen immer skeptisch eingestellt

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung aus Moskau. US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte jedoch bereits an, dass Russland seinen Widerstand gegen neue Iran-Sanktionen aufgegeben habe. Das Einlenken Russlands kommt überraschend schnell. Zwar äußerte sich Vizepremier Sergej Iwanow am Montag optimistisch über den Verlauf der Verhandlungen. Dennoch könnte dieser Prozess nach Ansicht von Diplomaten noch bis Juni dauern, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Moskau war bisher gegenüber neuen Sanktionen immer skeptisch eingestellt. Laut dem kremlnahen Politologen Sergej Karaganow sei Russland nicht daran interessiert, seine Beziehungen mit der aufstrebenden Macht in der Region zu schädigen, indem es Sanktionen unterstütze.

Der Iran ist für Russland ein wichtiger Geschäftspartner. Russland hat mit dem Iran 2005 einen Liefervertrag über Raketen des Typs S300 geschlossen, diese aber noch nicht ausgeliefert. Das Atomkraftwerk in Bushehr, das von Rosatom fertig gebaut wurde, soll im August in Betrieb gehen.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew bot seinem iranischen Amtskollegen Mahmud Ahmadi-Nejad auch an, das Uran in Russland anreichern zu lassen. Dass der Iran am Montag mit Brasilien und der Türkei ein Abkommen zum Uran-Austausch geschlossen hat, dürfte Russland vor den Kopf gestoßen haben. (Verena Diethelm aus Moskau/DER STANDARD, Printausgabe, 19.5.2010)

 

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