Lauda will klagen

18. Mai 2010, 21:04
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Angeblich bisher 12 Millionen Euro Umsatzeinbußen für "Fly Niki"

Kitzbühel - Airline-Chef Niki Lauda hat am Dienstag die bisherige Vorgehensweise der europäischen Luftfahrt-Behörden in Sachen Vulkanasche erneut vehement kritisiert. "Die Verantwortung, ob Flüge durchgeführt werden können, oder nicht, muss bei den Airlines bleiben", erklärte Lauda bei einer Pressekonferenz in Kitzbühel. Bisher habe "Fly Niki" wegen des "Wahnsinns" Vulkanasche Umsatzeinbußen in Höhe von 12 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Wenn die Verunsicherung bei den Passagieren durch Falschinformationen und unbegründete Luftraumsperren prolongiert werde, könnte der Schaden für die Luftfahrtbranche beträchtlich Ausmaße annehmen. "Derzeit bleiben die Buchungen aus", betonte der Fly-Niki-Chef. Lauda kritisierte in diesem Zusammenhang auch die mediale Berichterstattung, die sich seiner Ansicht nach "in keiner Weise an den Fakten" orientiere.

Die EU-Verkehrsminister sollen laut Lauda eingestehen, dass sie falsch reagiert haben und dem "Unfug" ein Ende setzen. Die Asche des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull sei in der geringen Konzentration, wie sie über dem europäischen Luftraum anzutreffen sei, "komplett ungefährlich". Messungen in den USA hätten bestätigt, dass man ab einer Entfernung von 300 Kilometern "auf jeden Fall" fliegen könne, ab 700 Kilometern sei die Asche nicht mehr messbar, argumentierte Lauda. Zudem würden moderne Triebwerke durch Vulkanasche nicht sonderlich beeinträchtigt, sie müssten nur öfter gewartet werden.

Lauda überlegt, sich einer allfälligen Schadenersatzklage gegen die Londoner Vulkanbeobachtungsstelle VAAC (Vulcanic Ash Advisory Centre) anzuschließen. Mehrere Luftfahrtunternehmen würden derzeit diese Möglichkeit prüfen. Schließlich hätte die VAAC immer wieder Flugverbote bestätigt, ohne gleichzeitig irgendwelche Messungen durchzuführen. "Sie haben nur registriert, dass ein Vulkan ausgebrochen ist und dann Karten mit dem Verlauf der Aschewolke erstellt", sagte er.

Alle relevanten Informationen seien von den Airlines zusammengetragen worden. Daher seien die Luftfahrtunternehmen die einzigen, die die Situation entsprechend beurteilen können. "Wir tragen ja ohnedies ständig die Verantwortung für unsere Passagiere - warum nicht auch in diesem Fall", fragte der Airline-Chef.  (APA)

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