Westbalkan: Schwindende Hoffnung auf EU

18. Mai 2010, 18:03

EU-Perspektive als Stabilisierungsinstrument durch Eurokrise gefährdet

"Wenn die Europäische Union in einer so tiefen Finanzkrise steckt, worauf müssen wir uns dann erst gefasst machen?", fragte neulich ein serbischer Geschäftsmann bei einem der Überwindung der Wirtschaftskrise in Serbien gewidmeten Treffen. Die Antwort auf diese Frage wissen die Regierungen des Westbalkans nicht zu geben. Dass die Balkanstaaten mit ihren brüchigen Volkswirtschaften, der schon jetzt großen sozialen Not, der unsteten politischen Lage und den noch ungelösten regionalen Konflikten die direkten und indirekten Folgen der Eurokrise noch stärker zu spüren bekommen werden, ist so gut wie sicher.

Man fürchtet, dass die auf die Finanzunterstützung der EU und der internationalen Finanzinstitutionen angewiesene Region zu kurz kommen könnte, weil die EU große Summen für die Sanierung der eigenen Finanzsysteme braucht. Man nimmt an, dass sich Brüssel noch mehr als bisher den eigenen Problemen zudrehen, und die Staaten des Westbalkans sich selbst überlassen würde.

Für Bosnien-Herzegowina, in dem sich Bosniaken, Serben und Kroaten über nichts allein einigen können, für Serbien und Kosovo, die einen unerbittlichen Kampf um die von Belgrad bestrittene Unabhängigkeit des Kosovo führen, für Mazedonien, dessen euroatlantischen Bestrebungen Griechenland wegen dem Namensstreit blockiert und in dem die albanische Minderheit (gut 30 Prozent) die Föderalisierung des Landes immer wieder ins Spiel bringt, und für Montenegro, das zwar im Alleingang den Euro eingeführt hat, aber außerhalb der Eurozone liegt, wäre das verheerend.

Die größte Gefahr besteht jedoch darin, dass sich die Hoffnung der Westbalkanstaaten auf eine Mitgliedschaft in der EU und somit auf ein besseres Leben, auflösen könnte. Die in Aussicht gestellte EU-Mitgliedschaft ist eines der wirkungsvollsten Stabilisierungsinstrumente auf dem Balkan, der gemeinsame Wunsch nach einer vollen Mitgliedschaft ein Kohäsionsfaktor in der Region. In Serbien haben die proeuropäischen, beziehungsweise moderaten, antinationalistischen Parteien, die EU-Karte schon mehrmals bei Wahlen erfolgreich ausgespielt.

Schon die leisesten Ankündigungen, dass sich die Regeln für die EU-Integration noch verschärfen könnten, haben politische Auswirkungen auf den Westbalkan. Politologen warnen davor, dass man bei einer Arbeitslosigkeit von über 50 Prozent, wie in Bosnien und im Kosovo, und einem ständig sinkendem Lebensstandard in der Region, die Hoffnung auf die EU nicht zu erhalten. (Andrej Ivanji aus Belgrad/DER STANDARD, Printausgabe, 19.5.2010)

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Drago+
00
30.6.2010, 14:22

Ja zum EU-Beitritt, aber ohne finanzielle Unterstützung und ohne offene Grenzen. Solidarität muss beidseitig erfolgen, daher auch die finanzielle Restauration der EU nicht allzu sehr behindern.

wwelv folig
02
26.5.2010, 21:15
Massenmedien erzählen die wahrheit und nichts als die wahrheit so wahr ihnen die Bank helfe.

http://www.youtube.com/watch?v=0... re=related

wwelv folig
00
26.5.2010, 20:43
Die antwort auf "1984"- ist 1776!

http://www.youtube.com/watch?v=_... re=related

Let's agree not to agree
01
22.5.2010, 18:56
Man könnte durchaus

den slowenisch-kroatischen Grenzstreit ebenso als Teil des Balkan-Sumpfes betrachten.

Tja, die drei Balkan-Bosse haben in ihrer Weltfremdheit und ideologischen Verblendung geglaubt sie könnten den Vielvölkerstaat einfach so, ohne Konsequenzen, zerstören.

Liebe Westbalkanesen, das genze wäre auch ohne Gewaltexzesse, Völkermord, Massenvergewaltigungen, nationalistische und religiöse Gehirnwäsche gegangen.

Waach Birn
00
nein ging nicht

diverse politiker und die mit ihnen verbunden mafiosi wollten sich bereichern und das geht am besten in kriegerischen zeiten.die reichen heute am balkan haben ihr vermögen alle in den 90igern gemacht.man braucht noch willfährige menschen denen nationaler pathos und sonstiger müll als antrieb dienen und schon gehts los.übrigens nicht nur am balkan das funktioniert überall gut.

Macinorgo
01
22.5.2010, 19:04

Let´s agree not to agree.

Macinorgo
20
20.5.2010, 14:18

Der "Westbalkan" (da hat man sich was einfallen lassen), dieser ewige Sumpf. Gott sei Dank sind wir Kroaten da endlich rausgekommen.

Godot was here
11
@Macinorgo

Wieso unterschreibt dann Herr Josipovic eine Deklaration der Balkan-Präsidenten?

http://derstandard.at/127137780... n-Sarajevo

Was Sie wohl nicht verstehen wollen, Sie sind genau so wie die meisten restl. Völker am Balkan ein Slawe, sprechen eine Slawische Sprahe und entstammen alle der selben Slawischen Kultur, das ist es komplett egal, ob Sie sich in Mitteleuropa, Zentralasien oder Südamerika sehen, Sie sind und bleiben das gleiche wie die anderen unten im "Sumpf".

Die Realität kann einem sehr wehtun, wenn man ewig versucht von ihr wegzulaufen, sie einen aber immer wieder einholt.

Macinorgo
11

Ich und ein Großteil der Bürger Kroatiens fühlen uns der mitteleuropäischen Tradition unseres Landes verpflichtet. Was das mit unserem gemeinsamen Slawentum zu tun haben soll, weiß ich nicht. Dass wir in guter nachbarschaftlicher Beziehung mit unseren Nachbarn leben sollten, sogar müssen, steht außer Frage, jedoch nicht um den Preis eines gemeinsamen "Jugoslawentums". Realität und Fiktion liegen eng beieinander, sodass wir uns auf Fakten stützen müssen, um Irrtümer zu vermeiden.
LG

autobahn a3
10
macinogro

...die Kroaten haben wie immer Identitätsschwierigkeiten !! Schon wie im WK2 wussten sie nicht wohin mit wenn usw... Gehört doch zum Mitteleuropa oder was anderes , aber blöd bleibt ihr für IMMER !!!!

Z. Ristic
01
20.5.2010, 16:45

Ja genau, dass müssen Sie nur noch Kreateuren dieses Wortes nahebringen. Weil für die ist Kroatien nachwievor Westbalkan.

Macinorgo
00
21.5.2010, 12:43

Also ich habe jetzt zum 17 Mal diesen Artikel gelesen und kann Kroatien immer noch nicht finden. Adieu Balkane.

Z. Ristic
00
21.5.2010, 16:59

Kein Problem, ich helfe gerne weiter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Westbalkan

Macinorgo
00
21.5.2010, 17:53

Hihi, Wiki finde ich genial.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mitteleuropa

Vojvodina ist auch dabei.

Z. Ristic
02
21.5.2010, 20:33

Und? Wo ist der Widerspruch oder eine neue Erkenntnis? Das ändert nichts am Umstand das Kroatien zum Westbalkan gehört, der dann teilweise in Mitteleuropa liegt.

Macinorgo
00
21.5.2010, 21:33

Nicht mehr angehört, das ist die neue Erkenntnis.

Z. Ristic
00
22.5.2010, 15:52

Sagt wer, Sie? Wunschdenken.

Macinorgo
00
22.5.2010, 17:35

Nein, der Artikel.

Lucky Luke 1988
00
das heißt

das gebiet um karlovac und ganz dalmatien gehört zum balkan. ich weiß dass die kroaten am liebsten behaupten würden sie wären nordeuropäer und die nähesten verwandten der deutschen.

Z. Ristic
00
22.5.2010, 22:57

Wo genau?

giseun
00
19.5.2010, 13:38
Trennung von EU-Mitgliedschaft und Euro bekannt?

Das spielt mal wieder an das alte Missverständnis an: Die Mitgliedschaft zur EU ist (im Normalfall) die Voraussetzung für den Beitritt zur Eurozone, aber der Beitritt zur EU bringt die Einführung des Euro nicht mit sich.
Wenn jetzt der Euro schwächelt, so hat das zwar Auswirkungen auf die Kriterien für den Euro-Beitritt, aber wieso bitte, sollte das denn Auswirkungen auf den EU-Beitritt haben. Hier spielen ökonomische Kriterien eine viel geringere Rolle. Wichtiger sind politische und soziale Kriterien.
Die Krise des Euro sollte also nicht in einer Krise der EU hinsichtlich des Westbalkans münden, denn es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen beiden.

..|..
05
19.5.2010, 13:25
Erweiterungsstopp sofort

Die EU muss sich zunächst einmal konsolidieren.

Macinorgo
20
19.5.2010, 18:27

Den gibt es nach dem Beitritt Islands und Kroatiens sowieso, keine Angst.

Plasmaball
00
20.5.2010, 07:22
Ach? Island tritt bei? Wirklich?

Macinorgo
00
20.5.2010, 10:31

Gut, ich vermute es mal.

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