Handelsabkommen zwischen Südamerika und EU rückt näher

18. Mai 2010, 17:55
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Zufrieden traten Vertreter der EU und der Mercosur-Staaten am Montagabend vor die Presse. Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero, der derzeit die EU-Präsidentschaft inne hat, Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Ratspräsident Hermann Van Rompuy sowie die argentinische Präsidentin Cristina Kirschner verkündeten, dass die Gespräche über eine Freihandelszone zwischen Europa und den im Mercosur versammelten Staaten Südamerikas wieder aufgenommen werden. Die Gespräche lagen seit 2004 auf Eis. Dem Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay an. Entstehen soll nun eine Freihandelszone mit 750 Mio. Einwohnern. Das jährliches Handelsvolumen wird auf zehn Milliarden Euro geschätzt.

Zapatero erhofft sich davon einen Wachstumsschub für alle Beteiligten. Allerdings gibt es auch nach wie vor Bedenken - vor allem in Frankreich. Das größte Agrarland Westeuropas führt eine Gruppe von zehn Ländern an, die sich im Falle eines Freihandelsabkommens für den Schutz der europäischen Landwirtschaft vor den billigen Konkurrenten aus Übersee aussprechen.

Bereits am Sonntag waren mehr als 10.000 Menschen einem Aufruf des von NGOs beider Kontinente veranstalteten Gegengipfels gefolgt, und demonstrierten gegen die "neoliberale Politik", mit der "die Europäische Union Südamerikas ein Freihandelsabkommen aufzwingt". (DER STANDARD, Printausgabe, 19.5.2010)

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