Migration "managen"

18. Mai 2010, 10:54
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Eine dekoloniale und feministische Perspektive auf Migrationsforschung bietet Encarnación Gutiérrez Rodríguez - am 28. Mai in Wien

Eine Veranstaltung der Gruppe Kritische Migrationsforschung (krimi) und dem Institut für Soziologie: "Migrationsforschung findet innerhalb eines politischen Rahmens von Regulierung, Management und Migrationskontrolle statt. In den Sozialwissenschaften bedeutet Migrationsforschung häufig anwendungsbezogene Forschung im Rahmen staatlich finanzierter Programme, die den Anspruch erheben Politik unmittelbar zu gestalten. Migration als "reales Phänomen" wird dabei in einer Verwaltungssprache dargestellt, die in einen methodologischen Nationalismus (Glick Schiller) eingebettet ist, der MigrantInnen und Post-MigrantInnen quantifiziert und als zu regierende Objekte klassifiziert.

Ausgehend vom Konzept der transkulturellen Übersetzung schlägt Gutiérrez Rodríguez vor, Migrationsforschung durch die Anwendung feministischer, post- und dekolonialer methodologischer Perspektiven eines situierten Wissens, der Grenzepistemologie und einer ontologisierten Epistemologie zu dekolonialisieren. Diese Perspektive führt zu einer Auseinandersetzung mit Wissensproduktion und ihren Bedingungen, wodurch nicht nur die Vorherrschaft des methodologischen Nationalismus in der Migrationsforschung angefochten wird, sondern auch die prekären Arbeitsbedingungen der ForscherInnen thematisiert werden."

Vortrag und Diskussion mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Univ. Manchester)
28. Mai 2010,
Institut für Soziologie,
Rooseveltplatz 2,
1090 Wien,
Beginn 19:00 

Danach: Buffet anlässlich der Gründung der ÖGS-Sektion "Migrations- und Rassismusforschung" (red)

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