OC Oerlikon schrumpft Verlust

18. Mai 2010, 09:37
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Schweizer Technologiekonzern befindet sich auf dem Erholungspfad: Der Umsatz stieg, der Betriebsverlust sank

Pfäffikon - Der Schweizer Technologiekonzern OC Oerlikon befindet sich auf dem Erholungspfad: Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 11 Prozent auf 705 Mio. Franken (503 Mio. Euro). Im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichnete das Unternehmen fast zwei Drittel mehr Bestellungen.

Der Bestellungseingang erhöhte sich von 571 Mio. auf 937 Mio. Franken, wie OC Oerlikon am Dienstag mitteilte. Der Betriebsverlust (EBIT) verringerte sich von 114 Mio. auf 14 Mio. Franken. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen einen Verlust von 104 Mio. Franken, nach 167 Mio. Franken ein Jahr zuvor.

"Die deutliche Steigerung beim Bestellungseingang zeigt, dass sich die Erholung in den meisten Segmenten seit dem zweiten Halbjahr 2009 weiter fortgesetzt hat", wird OC-Oerlikon-Chef Hans Ziegler in der Mitteilung zitiert. Gegenüber dem vierten Quartal 2009 gingen ein Drittel mehr Bestellungen ein.

Die Umsatzsteigerung ist vor allem auf die Textilsparte zurückzuführen: Die größte Oerlikon-Sparte setzte rund 48 Prozent mehr um. Als einzige Sparte verzeichnete Drive Systems Einbußen sowohl bei Umsatz als auch beim EBIT.

Höhere Verschuldung und Zinskosten

Der Reinverlust von OC Oerlikon resultierte unter anderem wegen der höheren Verschuldung, höherer Zinskosten und einer einmaligen Abschreibung von 29 Mio. Franken.

OC Oerlikon bekräftigte das Ziel, im zweiten Halbjahr operativ wieder schwarze Zahlen zu schreiben (vor Restrukturierungskosten). Das Unternehmen hatte 2009 über eine halbe Milliarde Franken Verlust verzeichnet und tausende Stellen abgebaut. Die Gläubiger und Großaktionär Viktor Vekselberg stimmten in letzter Minute einem Milliarden-Sanierungspaket zu.

An der Generalversammlung vom (heutigen) Dienstag sollen die Aktionäre dem Kapitalschnitt samt anschließender Kapitalerhöhung zur Sanierung des Konzerns zustimmen. Danach übernimmt Michael Buscher die operative Konzernführung von Sanierer Hans Ziegler.

Laut dem in letzter Minute getroffenen Sanierungspaket kann sich der Konzern bis zu 1,3 Mrd. Franken neues Kapital beschaffen. Dies wird benötigt, um die rund 1,7 Mrd. Franken schwere Schuldenlast um bis zu drei Viertel abzubauen. (Reuters)

 

 

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