Sky gewinnt kaum neue Abonnenten

18. Mai 2010, 08:52
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Quartalsverlust ausgeweitet - Vorstandschef sieht Möglichkeiten "im deutschen und österreichischen Markt mit gespannter Erwartung" entgegen

Der Bezahlfernsehsender Sky hat im ersten Quartal kaum neue Abonnenten angelockt. Die Zahl der zahlenden Zuschauer legte nur um 1.000 auf 2,471 Millionen zu, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Analysten hatten 2,485 Millionen Kunden erwartet. Gleichzeitig rutschte Sky tiefer in die roten Zahlen. Der Quartalsverlust weitete sich auf 97 von 80 Mio. Euro aus. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 235 Mio. Euro. Analysten hatten mit 244 Mio. Euro Umsatz und 96 Mio. Euro Verlust gerechnet.

80.000 pro Quartal

Sky erwartet nach früheren Angaben für 2010 einen operativen Verlust von bis zu 170 Mio. Euro. Schwarze Zahlen sind erst für 2011 angepeilt - Voraussetzung dafür wären 2,8 Millionen bis 3,0 Millionen Kunden. Rechnerisch müssen also mindestens 80.000 pro Quartal bei Sky unterschreiben. Im vergangenen Jahr hatte Sky einen Verlust von 677 Mio. Euro aufgehäuft.

"Aber es gibt noch vieles zu tun"

Der Sender habe nach dem Namenswechsel im vergangenen Jahr schon einiges erreicht, sagte Vorstandschef Brian Sullivan. "Aber es gibt noch vieles zu tun". Ihn ermutigten die Fortschritte des Senders. "Ich sehe den Möglichkeiten von Sky im deutschen und österreichischen Markt mit gespannter Erwartung entgegen." So habe Sky dank seiner neuen Preisstruktur den Umsatz pro Kunden deutlich gesteigert, sagte Sullivan. Der gebürtige Amerikaner hatte den Posten vor wenigen Wochen von seinem Vorgänger Mark Williams übernommen und ist der dritte Vorstandschef in nur rund 18 Monaten bei dem von Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierten Unternehmen.

Murdoch war 2008 mit seiner News Corp beim Sky-Vorgänger Premiere eingestiegen, hatte seinen Manager Mark Williams an der Spitze installiert und mehrere Kapitalspritzen organisiert. Trotz hoher Investitionen konnte Williams nicht genug neue Abonnenten locken und übergab seinen Job im April an Brian Sullivan vom britischen Schwestersender BSkyB. Murdoch hält 45 Prozent an Sky.(APA/dpa)

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