Vor 360 Millionen Jahren

Das allergrößte Fischsterben

18. Mai 2010, 10:31
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    foto: apa

    Einer der wenigen Überlebenden: der Quastenflosser.

Am Ende des Devons drückte die Evolution den "Reset-Knopf"

Washington - "Es war einfach alles betroffen, das Massensterben war global", sagt Lauren Sallen. Die Dissertantin an der Uni Chicago hat mit Michael Coates, ihrem Professor, neue Spuren einer der fünf größten Vernichtungen von Biodiversität gefunden, die jemals auf Erden stattgefunden hat. Zugleich dürfte diese Katastrophe, die sich vor rund 360 Millionen Jahren zutrug, der Beginn der heutigen Vielfalt an modernen Wirbeltieren gewesen sein, so die beiden Biologen im Fachblatt PNAS.

Das große Aussterbe-Ereignis fand am Ende des Devons statt, jenes Erdzeitalters, das von 416 Millionen Jahre bis eben 359 Millionen Jahre reichte. Das Devon gilt als das Zeitalter der Fische, allerdings der "falschen Fische", wie Sallen erklärt. Damals gab es in den Weltmeeren eine ungeheure Vielfalt vor allem an Plattenhäutern - bis zu zehn Meter lange, fischähnliche Wirbeltiere mit Kiefer. Von den heutigen Fischen hingegen gab es noch keine Spur.

Das änderte sich am Ende des Devons schlagartig. War man bisher davon ausgegangen, dass das sogenannte Kellwasser-Ereignis, das zu einem starken Anstieg der Meeresspiegel führte, dieses einmalige Fischsterben auslöste, kommen Sallen und Coates nun zu einem anderen Ergebnis. Ihrer Meinung nach fand es während dem sogenannten Hangenberg-Ereignis 15 Millionen Jahre später statt, das aufgrund massiver Vergletscherung zu einem Rückgang des Meeresspiegels führte.

Diese Hypothese, die Sallen und Coates auf Basis von neuen Fossil-Funden und Methoden der modernen Ökologie entwickelten, würde eines der großen Rätsel lösen, mit dem sich Paläontologen seit langem herumschlagen: Für 15 Millionen Jahre verlieren sich nämlich die Spuren der ersten Vierfüßer, die um diese Zeit langsam vom Meer ans Land krochen.

Danach aber, als sich die ersten Vierfüßer wieder erholt hatten, ging es mit der Wirbeltierentwicklung so richtig los - mit dem Menschen als einem der vorläufigen Endergebnisse. Was freilich das evolutionär so einschneidende Hangenberg-Ereignis verursachte, können auch Sallen und Coates (noch) nicht sagen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. Mai 2010)


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PNAS

Kommentar posten
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marmeladenfreund
00
19.5.2010, 21:58

ich dachte immer das größte massensterben gab es an der perm-trias-grenze?!

Günther Hase
 
00
20.5.2010, 11:47
Ja, das stimmt schon

aber es geht ja um das größte Fischesterben ;-)

Die Überschrift ist irreführend - hab ich weiter unten schon angemerkt.

Klappe zu, Lindwurm tot.
00
19.5.2010, 11:32

Warum hat man bisher geglaubt, dass ein Anstieg des Meeresspiegels zum Aussterben der Fische - ob nun falsch oder richtig - gefuehrt hat? Das waere ja genau so, wenn ich davon ausginge, dass ein schneereicher Winter dazu fueht, dass die Liftgesellsachten in Konkurs gehen?

Günther Hase
 
00
21.5.2010, 20:19
Die großen Riffe

können Meeresspiegelschwankungen nur begrenzt ausgleichen. Die Polypen sind was das anbelangt sehr empfindlich - der Bereich in dem sie genügend Sonnenlicht bekommen ist schmal. Steigt das Meer zu schnell, saufen die Riffe ab - und somit ein ganzes Ökosystem.

Dr. Gibarian
00
19.5.2010, 15:12

Naja, z.B. ungefähr so:
Ansteigen des Meerespiegels führt zu einer Veränderung des Salzgehaltes des Meeres- Algen und andere Mikroorganismen, die am Beginn der Nahrungskette stehen, vertragen das nicht gut und werden massiv weniger - Nahrungsketten und Ökosysteme brechen zusammen - die Knochenhäuter haben keine Nahrungsgrundlage mehr und sterben aus, bzw. werden durch andere Arten verdrängt.

Zeterer
00
18.5.2010, 19:23
Wo doch Jehova vor 6500 Jahren die Erde erschaffen hat!

Posten schadet der Gesundheit
00
18.5.2010, 14:42
also die ganzen vertebraten

wurden an land befördert, alle die nicht rechzeitig laufen lernten starben aus! :-)

sixela
01
18.5.2010, 14:05
Als nächstes

drückt die Spezies homo "sapiens" selbst die Reset-Taste...

Zhdophanti
00
20.5.2010, 11:26

Nein, der Mensch macht ein langsames kontrolliertes Herunterfahren.

Cereal Killer
00
18.5.2010, 14:50
darf ich?

Grisu der kleine Drache
02
18.5.2010, 15:11

Das machst du sowieso. Du konsumierst Lebenmittel (beansprucht Ackerfläche und verdrängt so viele Arten), fossile Energie (Treibstoffe, Kunststoffe ... - verändert schlussendlich das Klima, was auch einigen Arten die Existenz kosten wird), mineralische Rohstoffe (beansprucht wieder Fläche, vergiftet manche Regionen und kostet abermals Energie) ...

Und ich und viele andere helfen dir dabei auch noch!

Aber vielleicht - hoffentlich werden wir alle den Reset-Knopf doch nicht ganz durchdrücken und auf einen nachhaltigen Lebensstil umstellen, bevor der Großteil der Arten vernichtet ist.

Cereal Killer
11
18.5.2010, 15:22
hmm

ich hab mir das irgendwie spannender erhofft, mit rotem knopf oder so. aber immerhin

Bocic
10
18.5.2010, 14:50
Nur ein schwaches Plagiat.

So ein richtiges Massenaussterben schaffen die Menschen nicht.

her wig
80
18.5.2010, 09:52
Die falschen Fische

waren auch ein vorläufiges Endergebnis der Evolution. Und weil man vorher nicht wissen kann was sich hinterher als falsch herausstellen wird, waren es die richtigen Fische, zu ihrer Zeit.

Diese Wissenschaftler, die so einen falsche-Fische-Blödsinn verzapfen, sollten die Bibel lesen, das bildet. Von Gott sieht man immer nur den Rücken, steht dort. Obwohl, wie interpretiert man das jetzt wieder, ohne dabei selber denken zu müssen...

ChesneyB
00
23.5.2010, 13:36

So ein Blödsinn.
"Fisch" ist ein Begriff, den der Mensch geprägt hat. Und zwar für die rezenten (d.h. zur Zeit existierenden) Fische.
Die "falschen Fische" des Devons haben mit denen aber nicht viel gemein gehabt.
Offenbar bildet das Lesen der Bibel keineswegs, sondern sorgt eher für eine gewisse Verblödung.

Im Exil
01
18.5.2010, 14:09
man kanns auch absichtlich falsch verstehen

es war ja nicht gemeint, dass diese tiere an sich irgendwie falsch oder schlecht oder was auch immer waren, sondern dass sie heutigen fischen ähnlich waren, mit ihnen aber nicht verwandt sind. also "falsche" fische waren.

was an dem artikel ein wenig sauer aufstösst ist der mensch als "endergebniss" der evolution - auch wenn ein "vorläufig" davor gesetzt wurde. jede spezies ist zu ihrer zeit das vorläufige endergebniss der evolution. bzw keine, weil die evolution nun mal kein ziel hat auf das sie zustrebt.

was aber die zusammengeklaute und moralisch äusserst bedenkliche märchensammlung eines bronzezeitlichen hirtenvolkes mit all dem zu tun haben soll, müssen sie mir mal genauer erklären.

her wig
40
18.5.2010, 21:31

Warum diese falschen Fische auch in dem Sinn wie Sie es meinten keine falschen Fische sind:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fisch

Diesmal blöd gelaufen, Ihr reaktives Verhalten, zu verteidigen was von einer vermeintlich glaubwürdigen Stelle kommt, *weil *es von einer vermeintlich glaubwürdigen Stelle kommt - und nicht etwa weil es sachlich richtig wäre. Soziale Validierung ersetzt eben nicht den Sachverstand.

her wig
20
18.5.2010, 21:23

Absichtlich falsch verstehen Sie offensichtlich die Märchenwelt, denn so intelligent wie Sie sind kann man unabsichtliches falsch verstehen rundweg ausschliessen.

Buddy5
11
18.5.2010, 12:30
die Bibel ...

verblödet höchstens ...

Bildung aus der Bibel? Das ist ja ein Widerspruch in sich ...

her wig
30
18.5.2010, 13:24

In gegebenen Beispiel ist aber die Bibel eindeutig voraus.

Mulla Nasrudin
04
18.5.2010, 20:11

Was sagt denn die Bibel so zu den devonischen "Fischen"?

her wig
10
19.5.2010, 07:23

Nichts spezielles.

Cayenne69
00
20.5.2010, 19:15

weiter oben sagen sie, die bibel sei voraus, und dann sagen sie daraufhin dass die bibel nichts spezielles sagt, für wie dumm halten sie uns ?

Andreas Schmidt
20
18.5.2010, 09:28
Der Wappler fährt mit der Nina zum Norpol und frißt dort das irre Lamm

Und wann stirbt der Wappler aus?

Jojo07
215
17.5.2010, 22:05
Tja, lieber Herr Taschner:

Mit Ihrem letzten Absatz sitzen leider - auch wenn Sie vorsichtig das "als einem" bei den "vorläufigen Endergebnisse(n)" einfügen - einer anthropozentrischen Evolutionstheorie auf, die bis in etwa die 1980er Jahre noch problemlos vertreten werden durfte: Der Mensch als Krone der Schöpfung!

Sorry: Auf diesem Planeten gibt es eine erheblich größere Anzahl von Lebewesen, die ebenfalls für sich in Anspruch nehmen können, "vorläufige() Endergebnisse" der Evolutionsgeschichte zu sein.

Bitte, ein bissi Vorsicht mit den sublimen Anthropozentrismen ...

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