Zickzack-Kurs in Italiens Haushaltspolitik

17. Mai 2010, 19:16
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Auch Italien steht eine Rosskur ins Haus: Einzusparen sind nicht 25 Milliarden Euro, sondern fast 28

Mailand - Auch Italien steht eine Rosskur ins Haus: Einzusparen sind nicht 25 Milliarden Euro, sondern fast 28. Während Wirtschaftsminister Giulio Tremonti bis vorige Woche verneinte, das Sparpaket werde heuer kommen, sollen nun ab Juli die Dienstaltersrenten um ein halbes Jahr verschoben werden. Das soll 800 Mio. Euro bringen, schreibt La Repubblica.

Als Alibi für die Rosskur wird die EU genannt. "Alle verschuldeten Staaten müssen auf Geheiß der EU sparen", bestätigte auch Lega-Führer Umberto Bossi. Angeblich sollen nicht nur Ministergehälter gekürzt, sondern auch die Gehälter der Staatsangestellten eingefroren und die 2,5 Millionen Invalidenrenten rigoros kontrolliert werden. In Diskussion ist weiters eine neue Bauamnestie.

Der Grund für die Eile: Italiens Staatsschuld steigt rapide - laut Zentralbank von derzeit 117 Prozent des BIPs auf knapp 120 Prozent 2012. Die Neuverschuldung soll 2011 von 5,1 auf 2,7 Prozent sinken. (tkb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.5.2010)

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