Gottschalk wird 60

17. Mai 2010, 16:45
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Die perfekte Welle - Von Karl Fluch

Thomas Gottschalk nicht so toll zu finden, das kann jeder. Schließlich sitzt der seit 1987 in schöner Regelmäßigkeit im Hauptabendprogramm herum, immer an Samstagen, palavert dabei mit Promis, gegen die man eigentlich eine Immuntherapie bräuchte und überzieht dabei gnadenlos die Sendezeit. Selbst Verweigerer seiner Sendung Wetten, dass ...? entkommen ihm nicht.

Dafür sorgt der Werbeblock mit den Gummibärlis. Immerhin gilt er als erfolgreichster Showmaster des deutschsprachigen Raums, vielleicht sogar Europas. Und als solcher wird er heute, Dienstag, 60 Jahre alt. In deutschen Zeitungen jubiliert man seit Wochen, denn - Banalität hin, Dauerwelle her - Gottschalk ist ein Phänomen.

Hauptverantwortlich dafür ist seine Ironiefähigkeit bezüglich des eigenen Stands in der (Medien-)Welt. Die besten Witze über sein Aussehen stammen von ihm selbst - oder von seiner Mutter. Gottschalk ist nicht bösartig, er ist goschert. Wenn er sich blamiert, dann mit der Grandezza des ganz alltäglichen Elends, das wir alle kennen.

Bloß in Filmen hätte er nie mitspielen sollen. Die sind allesamt so schlecht, dass manche behaupten, er überziehe seine Sendung nur deshalb so ausschweifend, weil er Angst habe, im Anschluss könnte ein Film mit ihm gezeigt werden. Darauf wetten würden wir aber nicht. (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe, 18.05.2010)

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