Zwei italienische Soldaten bei Anschlag getötet

17. Mai 2010, 16:31
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Insgesamt vier tote Soldaten am Montag - Drei Selbstmordattentäter sterben in Kandahar

Kabul/Rom - Bei einem Sprengstoff-Anschlag im Westen Afghanistans sind am Montag zwei italienische Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden. Italienische Medien berichteten, zwei weitere Soldaten seien bei dem Anschlag auf einen Konvoi schwer verletzt worden, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Unter den Verletzten befinde sich eine Frau. Die NATO-geführte ISAF bestätigte, dass zwei ihrer Soldaten im Westen des Landes bei einem Anschlag starben, machte aber keine Angaben zur Nationalität.

Die ISAF teilte außerdem mit, im Westen und im Süden seien am Montag bei Anschlägen zwei weitere Soldaten getötet worden. Bereits am Sonntag sei ein Soldat in Südafghanistan an den Folgen eines Anschlags gestorben. Die Schutztruppe machte in keinem der Fälle Angaben zur Nationalität. Im südafghanischen Kandahar plant die ISAF in diesem Sommer eine Offensive gegen die Taliban.

Opposition fordert Abzug

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, unterstrich aber gleichzeitig "die grundlegende Bedeutung der Mission in Afghanistan für die Stabilität und Befriedung des Landes". Mitglieder der Opposition forderten hingegen erneut einen schnellen Abzug der Truppen. Auch der Minister der rechtspopulistischen Lega Nord, Roberto Calderoli, sprach sich für ein Überdenken der Afghanistan-Mission aus, da bereits 24 italienische Soldaten ums Leben gekommen seien. "Wir müssen überprüfen, ob das Opfer dieser Soldaten wirklich dem Frieden in Afghanistan nutzt", sagte Calderoli.

Italien beteiligt sich gegenwärtig mit etwa 2800 Soldaten an der ISAF-Mission am Hindukusch. Berlusconi hatte im vergangenen Dezember angekündigt, im Laufe des Jahres weitere 1000 Mann mit einem begrenzten zeitlichen Mandat in das Krisengebiet entsenden zu wollen.

Bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Grenzpolizei in der Taliban-Hochburg Kandahar wurden drei Selbstmordattentäter getötet. Der Sprecher der Provinz Kandahar, Salmai Ayoubi, sagte am Montag, einer der Angreifer habe sich in der Nacht zuvor auf einem Motorrad vor dem Tor des Hauptquartiers der Grenzpolizei in die Luft gesprengt. Vier Polizisten seien verletzt worden. Anschließend hätten zwei weitere Attentäter versucht, in das Hauptquartier einzudringen. Sie seien in einem Feuergefecht erschossen worden.

Unbekannte töteten unterdessen in der ostafghanischen Provinz Kunar einen einflussreichen islamischen Geistlichen. Der Sprecher der Provinzregierung, Edrees Gharwal, sagte am Montag, der Geistliche Rahman Gul und zwei seiner Verwandten seien am Vortag auf dem Nachhauseweg erschossen worden. Gul war an den Bemühungen zur Reintegration von Taliban-Kämpfern beteiligt. Die Taliban lehnen die entsprechenden Bemühungen der Regierung ab.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, ein afghanischer Soldat sei bei einem Anschlag in der südafghanischen Provinz Urusgan getötet worden. 15 Aufständische seien bei verschiedenen Operationen im Süden gefangen genommen worden.  (APA/dpa)

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