Tanganjikasee "beispiellos" erwärmt

17. Mai 2010, 15:08
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Forscher: Höchste Wassertemperatur seit 1.500 Jahren - Nahrungsmittelgrundlage von Millionen Menschen in Gefahr

London - Die Wassertemperatur im afrikanischen Tanganjikasee hat ihren höchsten Stand seit 1.500 Jahren erreicht. Das Oberflächenwasser sei mit 26 Grad so warm wie seit dem Jahr 500 nach Christus nicht mehr, berichten Forscher aus den USA im Journal "Nature Geoscience". Sie werteten für ihre Untersuchung über Bohrungen gewonnene Sedimentproben aus.

Durch die Erwärmung ist dem Bericht zufolge die Artenvielfalt in dem See bedroht, wodurch die Nahrungsmittelgrundlage von Millionen Menschen im südlichen Zentralafrika in Gefahr geraten könnte. Der Tanganjikasee ist nach dem Viktoriasee der zweitgrößte See Afrikas. Für rund zehn Millionen Menschen in den Anrainerstaaten Demokratische Republik Kongo, Tansania, Sambia und Burundi bildet er die Lebensgrundlage. Pro Jahr werden aus ihm rund 200.000 Tonnen Fisch gefangen.

Das wärmere Oberflächenwasser verhindere, dass kühle Strömungen mit lebensnotwendigen Nährstoffen nach oben gelangen könnten, schrieben die Forscher um Jessica Tierney von der Brown-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island. Letztlich würden über die Nahrungskette des Sees dadurch auch die vom Menschen gefangenen Fischarten beeinträchtigt. "Die Menschen im südlichen Zentralafrika hängen vom Fisch aus dem Tanganjikasee als entscheidende Proteinquelle ab", erklärte der Geologe Andrew Cohen von der Universität von Arizona, der an der Studie beteiligt war. "Diese Ressource ist durch die beispiellose Erwärmung des Sees seit dem späten 19. Jahrhundert bedroht." (APA)

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    Die Oberflächentemperatur des Tanganjikasees hat sich seit dem späten 19. Jahrhundert "beispiellos" aufgewärmt.

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