Tägliche Pille fürs Herz wird getestet

17. Mai 2010, 14:36
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Zur Senkung der Todesfallrate durch Herzinfarkte und Schlaganfälle

London - Die Einnahme einer täglichen Tablette soll die Todesfallrate durch Herzinfarkt und Schlaganfall bei Hochrisiko-Personen halbieren. Ob die Tablette namens "Polypill" diese Hoffnung erfüllen kann, wird nun auch in Großbritannien im Rahmen einer Studie untersucht. Ähnliche Studien laufen bereits in Brasilien, Kanada, China und Südafrika. In der Tablette sind niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) zur Verhinderung von Blutgerinnseln, zwei Blutdruck senkende Wirkstoffe und ein Cholesterinsenker kombiniert.

Wissenschafter des Imperial College in London nehmen jetzt rund 2.000 Probanden mit einem hohen Infarkt- und Schlaganfallrisiko in die wissenschaftliche Untersuchung auf. Die Arbeiten gehen auf eine bereits alte Überlegung zurück: Kombiniert man eine Fixdosis von ASS, einem Statin (Cholesterinsenker) und zwei seit vielen Jahren verwendeten Blutdruckmitteln (Diuretikum, ACE-Hemmer), könnten womöglich mehr Menschen einer Herzkrankheit entgehen. Viele Risiko-Patienten nehmen nämlich die einzelnen Medikamente nicht oder nicht ausreichend regelmäßig. So könnte die Pille Todesfälle vermeiden helfen und damit auch Kosten senken.

Die "Polypill" hat aber auch eine andere Seite: Da ihre Dosis festgelegt ist, erfolgt die Wirkstoffeinnahme unabhängig von den individuellen Blutfett- und Blutdruckwerten. Die Wissenschafter versprechen sich von dem kostengünstigen Medikament daher vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern Erfolge: In diesen Ländern steige die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Übernahme der westlichen Lebensweise, gleichzeitig hätten die Staaten aber nicht die Mittel für eine maßgeschneiderte Prävention. (APA/red)

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