Gewerkschaft wehrt sich gegen ÖVP-Angriffe

17. Mai 2010, 13:36
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Wien - Pensionen, Pflegegeld, Schuldenberg: ÖVP-Finanzstaatssekretär Lopatka schießt sei einigen Monaten scharf auf die ÖBB. Zuletzt forderte er die SPÖ auf, eine Nulllohnrunde bei den Eisenbahnern durchzusetzen. Die Gewerkschaft vida und die ÖBB-Belegschaftsvertretung gehen nun erneut in die Offensive - diesmal mit einer Image-Kampagne, die die Leistungen der ÖBB hervorstreichen soll.

Unter dem Motto "unsere Bahn muss rot-weiß-rot bleiben" soll außerdem aufgezeigt werden, warum eine von der ÖVP immer wieder geforderte Teilprivatisierung der Bahn kontraproduktiv wäre. "Die Ereignisse der letzten Monate deuten darauf hin, dass die ÖVP den Ausverkauf der ÖBB vorbereitet", heißt es auf der Homepage www.unserebahn.at.

"Wir werden aber nicht zulassen, dass unsere Bahn so lange schlecht geredet wird, bis sie für die Privatisierung sturmreif ist", meinte der oberste Bahngewerkschafter Haberzettl. Lopatka habe mit seinen Angriffen im letzten halben Jahr das Vertrauen in die Bahn und ihre Beschäftigten bewusst untergraben.

"Schreckensbilanz"

Und das, obwohl gerade die ÖVP innerhalb der schwarz-blau-orangen Regierung für die "ÖBB-Chaosreform" 2003 hauptverantwortlich sei. Die durch die Zerschlagung der ÖBB in Einzelfirmen entstandene "Schreckensbilanz" laut dem Konzernbetriebsratschef: "Explodierende Overheadkosten, Bonuszahlungen ohne Ende, strukturelle Doppelgleisigkeiten, mehr Managerposten denn je, Spekulationsverluste in dreistelliger Millionenhöhe sowie ein riesiges Finanzloch."

Die ÖVP hat sich in der Vergangenheit wiederholt für die Privatisierung der - profitablen - Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) ausgesprochen. Gottfried Winkler, Vorsitzender der vida-Bundesfachgruppe Schiene, hielt dem heute entgegen: "Ohne gewinnbringende Unternehmensteile können die wichtigen anderen Bereiche der ÖBB nicht überleben." Das wüssten auch die Bahngegner und genau darauf ziele ihre Strategie ab, mutmaßt der Gewerkschafter. (APA)

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