Alpine zieht sich aus Wasserkraftprojekt zurück

17. Mai 2010, 13:01
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Salzburg/Sofia - Der Salzburger Baukonzern Alpine hat sich aus dem bulgarischen Wasserkraft-Projekt Gorna Arda, das gemeinsam dem niederösterreichischen Energieversorger EVN sowie die bulgarischen staatliche NEK geplant war, zurückgezogen, bestätigte eine Alpine-Sprecherin bulgarische Medienberichte auf APA-Anfrage. Begründet wird der Rückzug aus dem bisher auf 500 Mio. Euro geschätzten Vorhaben "mit den enormen Budgetproblemen in Bulgarien" und den daraus resultierenden Kürzungen - auch bei öffentlichen Aufträgen. "Wir wollen nicht das Risiko eingehen, einen Auftrag zu haben, aber dann vor Honorarkürzungen zu stehen", so die Sprecherin.

Die Alpine ist derzeit auch an der Errichtung des Wasserkraftwerks Tsankov Kamak in Bulgarien engagiert, das um rund 326 Mio. Euro gebaut wird und wovon rund 250 Mio. Euro auf die Alpine entfallen sollen. Dieses Projekt befinde sich in der Endphase. Daher wolle man sich nun auf dieses Projekt konzentrieren, so die Sprecherin weiter.

Die EVN versicherte, dass sich durch den Alpine-Ausstieg die Projektentwicklung und die Errichtung des Wasserkraftwerks am Fluss Arda nicht verzögern würde. Man wolle das Projekt gemeinsam mit dem bulgarischen Partner NEK evaluieren. Am Schluss dieses Prozesses soll ein für beide Seiten vorteilhaftes Ergebnis stehen, hieß es aus der EVN.

"Schlüsselmarkt"

"Bulgarien hat sich für die EVN-Gruppe zu einem Schlüsselmarkt entwickelt. Das Wasserkraftprojekt Gorna Arda ist eine langfristige strategische Investition für die EVN und die ganze Region", beteuerte EVN-Vorstandsmitglied Peter Layr in einer Aussendung. 2004 ist die EVN in Bulgarien mit dem Kauf von 67 Prozent der beiden bulgarischen Stromverteilunternehmen Plovdiv und Stara Zagora für zusammen 271 Mio. Euro eingestiegen. Die bulgarische Tochter liefert Strom für 1,6 Mio. Kunden.

Im September 2009 hatte die bulgarische Regierung grünes Licht für den Bau des Wasserkraftwerks Gorna Arda mit einer Leistung von bis zu 170 Megawatt (MW) gegeben. Gleichzeitig wurde damals in das 1998 gemeinsam mit der Türkei gestartete Projekt an Stelle des türkischen Partners Ceylan Holding die beiden österreichischen Unternehmen hineingenommen. Derzeit hält die EVN nach eigenen Angaben einen Anteil von 30,1 Prozent an dem Projekt, die NEK ist mit 69,9 Prozent beteiligt. (APA)

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