Scharinger: "Viel mehr Konsens, als man glaubt"

17. Mai 2010, 12:48
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Oö. RLB-Chef tritt erneut für Finanztransaktionssteuer ein

Linz - Der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich, Ludwig Scharinger, ortet bei der geplanten Bankensteuer "viel mehr Konsens, als man glaubt". Die Koalition sei sich einig, dass sie komme, offen sei, auf welche Art und Weise, so Scharinger anlässlich der bevorstehenden Hauptversammlung am Montag in Linz. Er trat erneut für eine Finanztransaktionssteuer ein und erklärte, dass rein spekulative Geschäfte besteuert werden sollten.

Von der öffentlichen Hand in Österreich und von der EU erwartet sich der RLB-Chef Einsparungen in der Administration und mehr subsidiäre Gesinnung: "Man muss nicht alles in Brüssel festlegen." Zudem sollten Investitionen rasch genehmigt werden, da mehr Wachstum der sinnvollste Konsolidierungs- und Budgetsanierungsprozess sei. Das aktuelle Verhältnis von Euro zu Dollar zwischen 1,20 und 1,30 bezeichnete Scharinger als angemessen. Von einer "weichen" europäischen Gemeinschaftswährung brauche keine Rede sein.

Optimismus für 2010

Für das laufende Jahr zeigte sich der Generaldirektor optimistisch. Das Betriebsergebnis soll wie berichtet "mit Sicherheit" von 232,7 auf 242 Mio. Euro wachsen. Bei der Bilanzsumme werden 32,3 nach 29,4 Mio. prognostiziert und beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 132 nach 123,5 Mio. Euro. An die oberösterreichischen Raiffeisenbanken sollen für 2009 etwa 25 Mio. Euro an Dividenden ausgeschüttet werden.

Mit einer für 2010 erwarteten Kernkapitalquote inklusiver stiller Reserven von 13,77 Prozent sieht Scharinger die RLB "ordentlich gepolstert", ohne sie wird ein Wert von 9 Prozent erwartet. Das Kernkapital soll heuer von 1,9 auf 2,0 Mrd. Euro steigen. "Wir müssen abwarten, was uns Basel III alles beschert", sagte der Generaldirektor. Bei Hebung aller stiller Reserven wären es 3 nach 2,8 Mrd. Die Kundenfinanzierungen sollen sich von 16,4 auf 18 Mrd. Euro erhöhen, die Einlagen und verbrieften Verbindlichkeiten von 12 auf 13,2 Mrd.

Für 2010 erwartet Scharinger ein Absinken der Zinsspanne von 0,66 auf "legendär niedrige" 0,59 Prozent. Der Durchschnitt der österreichischen Banken liegt bei 1,06 Prozent. Die Cost-Income-Ratio soll von 43,3 auf 42,6 Prozent zurückgehen. Die RLB will heuer 500 Mio. Euro Wertschöpfung in Oberösterreich generieren. (APA)

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