Downsizing auf hohem Niveau

18. Mai 2010, 17:26
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    Später einmal sorgt ein Motor dafür, dass ein Automobil fährt. Hier wird er erst einmal noch selbst gefahren: hinein in den Motorenprüfstand

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    Der neue V8-Motor von Mercedes Benz.

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    Auf dem Prüfstand wird jeder Motor bis zur Weißglut geärgert. Damit er seinen Fahrer aushält. Nein, natürlich sind das Funktionstests.

Sparsamer und trotzdem stärker: Mercedes-Benz präsentiert seine neuen V6- und V8-Motoren – erstaunlich, was alles möglich ist, wenn es sein muss

Zu Recht werden sich manche fragen, wozu man heutzutage im Zeichen von CO2-Reduktion, Downsizing, Hybridisierung und einem mehr oder eher weniger bevorstehenden Durchbruch des Elektroautos noch neue Sechs- und Achtzylindermotoren entwickelt. Jeder Zylinder mehr bedeutet schließlich auch mehr Verbrauch. Die Antwort: Weil die Autofirmen und ganz besonders die Premiumhersteller gar nicht anders können, und zwar gleich aus mehreren Gründen.

1.) Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Innovationen immer von "oben nach unten" eingefädelt werden. Die Autoindustrie braucht die großen teuren Autos, um den ersten Schwung an Investitionen für neue Technologien zurückzuverdienen.
2.) Nicht überall auf der Welt werden große Limousinen mittlerweile schräg angeschaut. Gerade in jenen Märkten, die mittelfristig das höchste Wachstumspotenzial versprechen, lässt sich auch mit luxuriösen Autos noch längerfristig das meiste Geld machen.
3.) Je fetter die Maschine, desto plakativer lässt sich auch der Fortschritt darstellen. Ein teures Auto erlaubt auch teure Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion.

Höher hüpfende Herzen
Damit sind wir mitten in der Geschichte: Mercedes präsentiert neue V6- und V8-Motoren. Den V6 vorläufig als Sauger, den V8 gleich als Biturbo mit einem Turbolader je Zylinderbank. Das Herz des Motorenbauers hüpft höher bei solchen Verlautbarungen, etwa betreffend den neuen V8: zwölf Prozent mehr Leistung trotz 0,8 Liter weniger Hubraum. Das Drehmoment stieg sogar von 530 auf 700 Nm – ein Plus von 32 Prozent. Der Verbrauch sank hingegen um 22 Prozent. Und der V6 wurde noch mehr sparsamer: Normschnitt 7,6 l / 100 km, das sind 24 Prozent weniger – auf dem Prüfstand.

Wie brachte man nun das zustande? Unumwunden gibt man zu, dass die Start-Stopp-Automatik einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg hat. Und zwar, weil sie etwa beim V8 nicht nur aus einem kräftigeren Starter besteht, sondern der Motor im Wesentlichen gleich über die Verbrennung selbst startet. Der Starter macht nur einen kleinen Schubs ganz am Anfang. Die Verbrennung beginnt immer bei dem Zylinder, der gerade optimal zum Starten steht. Blitzschnell saust der Motor aus eigener Kraft hoch. Das ist natürlich auch viel komfortabler als ein anhaltendes Startergejammer.

Neben der Piezo-Mehrfacheinspritzung ist auch die Mehrfachzündung ein wichtiger Bestandteil, um den Verbrauch in den Griff zu kriegen. So kann eine Zündkerze im gleichen Arbeitsgang mehrere Funken abgeben. Mehrfacheinspritzung mal Mehrfachzündung ergibt mannigfaltige Möglichkeiten zur Steuerung der Verbrennung. Die massive Erhöhung der Drehmomente steigert einerseits die Fahrdynamik, sie wird aber auch dafür herangezogen, um über längere Übersetzungen das Drehzahlniveau zu senken und damit den Verbrauch. Und der Geräuschkomfort wird noch einmal verbessert.

Wichtig zur Erreichung der ambitionierten Verbrauchsziele war natürlich auch die Feinarbeit am Umfeld des Motorkernstücks. Stichworte: Ölversorgung, Kühlflüssigkeits- und Generatormanagement. Wichtiger noch als all die plakativen Erfolge scheint aber die Tatsache, dass die neuen Motoren voll auf eine künftige Hybridisierung vorbereitet sind. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/14.5.2010)

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    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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Leser1010
 
00
29.5.2010, 22:19
CGI

Was mich brennend interessieren würde ist, wie sich die neuen CGI (turbo Benziner) Motoren machen. Die neuen CDI 4 Zylinder, die ab Herbst ihren Dienst in der C-Klasse antreten sollen ja auch schon von den in diesem Artikel beschriebenen Neuerungen profitieren.

Stefan Weilhartner
 
01
24.5.2010, 13:13
Der Spritpreis steigt langfristig

Der Spritverbrauch sinkt langfristig. Der Spritpreis spielt für Personen, die sich ein Auto, das drei mal so viel wie ein durchschnittlicher Golf kostet keine so große Rolle, weil das Wagerl nicht gleich das Dreifache säuft. Das ist es einfach nur eine Imagefrage, wie viel dat Teil säuft. Und damit genauso eine Imagefrage wie die Wahl des Autos (Design,....).

ikepod
01
19.5.2010, 13:32
soviel zum thema teuer

infos aus der motoren entwicklung
selbstkosten / einkaufpreis eines kleinen 4 zylinder motores
iklusive einspritzung und allen zusatzagreagten 400€
6zylinder und 8 zylinder 800€
natûrlich bei ebnahme in milionen stück / jahr.

das teuerste beim motor ist der auspuff mit abgas reinigungsanlage!

da sind die probleme bei den entwicklern
man kâmpft nur noch mit dem preis!!!

Parkschwein
00
19.5.2010, 12:44

das "intelligente" starten des motors gibts soweit ich weiß nicht nur bei den o.g. motoren sondern auch im mazda3. da wird der motor so abgestellt dass er sich bei stillstand in der optimalen kurbelwellenposition für nen start befindet. (ob das bei nem v8 notwendig ist weiß ich nicht, da wird wohl immer ein zylinder passen)

Gobi Todic
01
19.5.2010, 08:46

Und der V6 wurde noch mehr sparsamer.

Otto-Normal-Tschutsch
00
19.5.2010, 08:26
Versteh ich was falsch?

Ist der Piezo nicht zum Starten da was hat er mit einer Einspritzung zu tun??

Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!
 
04
19.5.2010, 09:08
Piezokristalle dehnen sich aus, wenn Strom durchfließt.

Viele solcher Schichten übereinander betätigen die Düsennadel für die Einspritzung. Vorteil: Piezos sind rasend schnell, die vorher verwendeten Magnetventile waren langsamer. Daher können jetzt Einspritzungen von Diesel schneller, exakter und mit neuem Verlauf erzielt werden.

gustl
 
03
19.5.2010, 10:13
fast richtig

Die Magnetventile waren sogenannte vorgesteuerte Ventile, d.h. der Elektromagnet hat nur einen kleinen Seitenkanal geöffnet und damit den ventilschließend wirkenden Druckunterschied abgebaut, und dann ist das für den Hauptdurchfluss verantwortliche "große" Ventil durch Federkraft aufgemacht worden.

Dieses Öffnen war relativ unexakt, und es hat vor allem für die kurzen Voreinspritzungen nicht ausgereicht, die Ventilnadel bis zum Anschlag aufzumachen, sondern es musste gleich wieder geschlossen werden (sogenannter ballistischer Betrieb).
In diesem Betriebspunkt waren nicht nur die Einspritzzeitpunkte unexakt, sondern viel mehr noch die Einspritzmengen, was zu schlecht steuerbarer Verbrennung geführt hat.

Parkschwein
00
19.5.2010, 12:46

muss man mit der piezoeinspritzung dann noch über den lamdasonden-messwert nachkorrigieren? das ist ja so ne unart der modernen motoren, dass die gemischsteuerung immer mitlernt und der motor dadurch mal etwas besser, mal etwas schlechter geht.

ersilio
00
19.5.2010, 11:48

faszinierend!

Der Tod
10
19.5.2010, 08:16
also muss ich jetzt den Satz

Turbo läuft Turbo säuft neu überdenken ?

Bis dato wars nicht so.. sogar in einen 1,4 Liter Fiat Turbo Moto neuester Bauart ( BJ 2007) lassen sich gemütlich 16 Liter auf 100km versenken..

würd mich jetzt wundern das es beim V8 anders ist.
Ich nehme mal an diese 22% Ersparnis kommen im Normzyklus Zustande, und gelten bei Fahrzuständen bei denen angepasster kleinerer Motor gerade 1/3 des Kraftstoffs brauchen würde.

Aber vielleicht muss ich den Satz ja doch entsorgen

name steht im ausweis
00
20.5.2010, 22:15

Keine Angst.
DAS geht auch mit den alten 1,2L 16V mit 80PS. Saugmotor, wohlgemerkt!

gustl
 
02
19.5.2010, 10:34
Der Satz stimmt teilweise schon

Der Normzyklus bringt Fahrwiderstände ein, die vom Gewicht, sowie Roll- und Luftwiderstand abhängen.

Bei gleich schweren Autos mit gleichem Roll- und Luftwiderstand wird dem Motor also immer die exakt gleiche Leistung abverlangt, egal wieviel Leistung er hat.

Nachdem die Motoren im allegmeinen in niedriger Teillast schlechte Wirkungsgrade haben, die sich allerdings durch downsizing verbessern lassen, wirkt sich Downsizing eben sehr gut auf den Normverbrauch aus.

Dass der menschliche Fahrer dann sehr wohl immer wieder die höhere Leistung des Motrs anfordert, die der Motor ihm bietet ist dann der Mehrverbrauch, den man in der Praxis feststellen kann.

Ich fahre übrigens ein Auto dass 4.6 l Normverbrauch hat mit 4.0 - 4.1 l/100 km.

Spartaner13
00
19.5.2010, 12:06

Diesel gell? Mein Vater schafft es mit einem Benziner auf 5,8 Liter/100 km wobei dieser min. 6,1 angegeben hat.

Meins könnte 6,8 Liter/100 km brauchen - schaffe es aber zur Zeit nicht unter die 7,1 Liter-Marke zu kommen ....

Der Tod
00
19.5.2010, 14:17
ich bin dazu leider nicht in der Lage

bei meinen wenigen 20 000km im Halbjahr (85% Autobahn) komm ich leider nichtmal in die nähe der Werksangaben.
Also 5,9 solltens sein 6,5-7,2 (je nach Stadanteil) sinds beim grossen Diesel.
7,4 bis 8,4 statt 7,2 sinds beim Benziner.

Wobei ich ohne Umschweife zugebe ich fahre wenns es die Umstände zulassen über der Richtgeschwindigkeit der Autobahn.. dafür bei Regen weit darunter (auch wenn ich da einer der wenigen bin)
Auf den Normschnitt kam ich Testweise nur bei Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km/h statt meiner Richtgeschwindigkeit plus....

Ich wäre aber sowieso lieber fürs Bahnfahren wenns ginge

Spartaner13
00
19.5.2010, 14:24

wie schnell fahren sie da, wenn sie über der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn fahren?

Aber seitdem ich jetzt viel auf Landstraßen fahre, schockiert es mich nicht mehr, wenn jemand 160 kmh auf der Autobahn fährt, wenn der Verkehr es zulässt. Es gibt sehr viele, die fahren über 130 kmh auf der Landstraße .... absolut tödlich.

wenn es die Zeit erlgabt, kann man mal ausprobieren, auf der Autobahn nur 100 oder 110 kmh zu fahren - man merkt es deutlich beim Benzinverbrauch.

Der Tod
00
19.5.2010, 15:51
also

160 ist mir zu heiß.. da bin ich im Bereich vom Führerscheinabnahme.. der ist meines Wissens rigendwo bei +30 km/h
von da her halte ich mich ich zwischen 140 und 155km/h (Limiter gesetzt) auf so es die Umstände zulassen.

Wie geschrieben damit ich auf den Normverbrauch komme oder leicht darunter müsste ich auf der Autobahn zwischen 80 und 100 km/h fahren.

Das mit der Landstrasse verwundert mich nichtmehr. Ich erlebe oft das Leute bei ströhmendem Regen oder dichtem Nebel 130 auf der Autobahn fahren, was ja eigentlich jene Geschwindigkeit ist, die bei besten Bedingungen zu fahren wäre..

Parkschwein
00
20.5.2010, 09:59

fs abnahme ist ab 180 (wobei sie ihn z.b. bei regen oder so schon früher zwicken können ... aber da kontrolliert eh keiner ... obwohls da wichtiger wär)

Spartaner13
00
20.5.2010, 09:19

Und dann fällt man aus allen Wolken, wenn ein Unfall passiert.

Wie ich noch etwas jünger war bin ich auf der Süd in der Nacht 230 kmh gefahren. Ich war da alleine auf der Autobahn und wollte mal den Top-Speed von meinem Auto ausprobieren. Unglaublich, wie eng auf einmal die Autobahn wurde. Das war eh ein Wahnsinn - doch es gibt genug, welche das tagsüber bei dichterem Verkehr machen ...

Parkschwein
00
20.5.2010, 10:01

bei nacht ist das auch sicher ein unguteres fahrgefühl; außerdem sollte man auch ein fahrwerk unterm hintern haben das bei solchen geschwindigkeiten ruhig bleibt.
bin schon öfter, auch weil ich immer wieder in D bin, 250 gefahren, da ist eigentlich nix dabei außer dass man sehr konzentriert fahren sollte.

Spartaner13
00
20.5.2010, 11:35

Ich habe ein gutes Sportfahrwerk unter meinem Hintern - mein Auto ist aber nur ca. 1.150 kg schwer. Wenn da noch ein stärkerer Wind geht, dann merkt man das schon.

da ist nix dabei - mit dieser Einstellung tun sie mir ein wenig leid - für mich war da viel dabei - berauschende Erfahrung. Aber mache ich nicht mehr - extrem tödlich bei der Unfähigkeit anderer Autofahrer.

Parkschwein
00
20.5.2010, 13:00

mit "da ist nix dabei" meine ich dass auf einem einsehbar sicheren streckenabschnitt die geschwindigkeit in bezug auf das gefahrenpotential relativ egal ist. vorausgesetzt das fahrzeug reagiert nicht unruhig auf z.B. starkes bremsen bei hohen geschwindigkeiten. natürlich sitzt man dann nicht mehr locker im auto und lenkt mit 2 fingern. also ich zumindest nicht.

siciher ist das auch ne subjektive sache, bin schon ziemlich viel elise gefahren, da wird auch ab 180 die front spürbar leicht und man fühlt sich nicht mehr wohl, dennoch denke ich dass sich ne elise auch richtung vmax sicher bewegen lässt, immerhin gibts genug leute die das ding um größere rennstrecken prügeln ohne sich einzubauen.

Spartaner13
01
20.5.2010, 13:57

Achso, so haben sie das gemeint - verstehe. Fakt ist, dass man bei uns nicht schneller fahren darf bzw. sollte, da es einfach zu gefährlich ist. Es ist bei uns schon gefährlich, wenn eine Kolone am rechten Streifen fährt mit 80 und ich mit 100 an ihnen vorbeifahre (links) - da passiert es oft, dass man plötzlich ganz stark auf die Bremse muss, weil plötzlich einer von rechts rüber kommt.

Andererseits verstehe ich auch die Fahrer, welche gemütlich fahren wollen und dann mal auf die Linke müssen, weil vor ihnen ein langsamer fährt. Da haben die dann Probleme, wenn links lauter "Raketen-Autos" daherkommen ...

Der Tod
00
20.5.2010, 10:38
also da wär ich Vorsichter

mir ist in Deutschland bei 230 (mehr als 248 gehen dank Elektronik nicht)
ein Mecedes Spriter (Von Mercedes Ersatzteile) mit 80km/h auf die Überholspur gekommen.
Seit dem verstehe ich wieso deutsche Autos so digitale Bremsassistenten und rigorose Bremskraftverstärker haben (danke dafür)
Und warum die Deutschen ewig blinken vor dem Spurwechsel (nochmal danke)
In Österreich bei den Linksfahrern fällt mir das garnicht ein. Weil die interpretieren eine Lichthupe ja gleich als Kampfansage zumal bei ordentlich eingehaltenem Sicherheitsabstand

Sie haben Recht !
http://www.oeamtc.at/index.php... ctive=0194
Allerdings ab 34km/h zu schnell auf der AB wird ein ein ordentliches Strafverfahren gestartet (also 200€ aufwärts)

Spartaner13
00
20.5.2010, 11:39

Wie der Benzin noch billiger war, bin ich gerne so 160 kmh gefahren. Dies hat mich "berechtigt" auf der linken Spur zu fahren. Allerdings passiert es sehr oft, dass einer von rechts ohne groß zu schauen einfach nach links die Spur wechselt. Wenn der dann so 110 kmh drauf hat und ich 160 ...

Ich verstehe nicht, was so schwer daran ist, den Verkehr im Rückspiegel ein wenig zu beobachten. "Wie schnell kommt der auf der linken Spur daher - kann ich rüberfahren ohne ihn zu behindern?"

bei meinem Auto ist bei 230 wirklich schluss - zu wenig PS :-) aber das ist eh gut so. Im Laufe der Zeit wurde mir immer klarer, wie tödlich Autofahren bzw. Autorasen ist.

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